Altgeräte recyceln: Daten vorher löschen

Altgeräte recyceln: Daten vorher löschen

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Ausgediente Geräte gehören ins Recycling. Persönliche Einträge und sensible Informationen sollte man vorher aber auf sichere Weise löschen.

Daten vernichten
Foto: zimmytws / Fotolia.com

Ganz gleich ob Handy, Smartphone, Tablet oder PC mit Festplatte – wer einen dienstbaren elektronischen Geist mit gespeicherten Daten ausrangiert oder weiterverkauft, sollte vorher persönliche Einträge und sensible Informationen auf sichere Weise löschen, damit private Dokumente, Fotos oder auch Passwörter nicht in falsche Hände geraten. So kann man sich und der Umwelt einen nützlichen Dienst erweisen, wenn man die ausgedienten Elektronikgeräte weiterverkauft oder zum sachgerechten Recycling bringt. Denn ein Mobiltelefon enthält viele edle Metalle: Unter anderem 250 Milligramm Silber, 24 Milligramm Gold und 9 Gramm Kupfer. Das Herauslösen dieser wertvollen und zum Teil seltenen Metalle aus Altgeräten ist deshalb eine wichtige Rohstoffquelle, die noch viel zu wenig genutzt wird.

Daten löschen auf die softe Tour

Wenn auf Altgeräten, die einen Datenträger beherbergen, sensible persönliche Daten, etwa Adressen, Krankenakten oder Urlaubsfotos, gespeichert sind, sollten diese vor der Weitergabe der Geräte unbedingt physikalisch gelöscht werden. Bei diesem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfohlenen Vorgang werden die gespeicherten Daten mehrmals überschrieben. Diese etwas zeitaufwendige Prozedur macht eine Wiederherstellung von Daten unmöglich. Entsprechende Schredder-Software für die physikalische Löschung heißt zum Beispiel Eraser, Wiper oder Schredder und wird im Internet meist kostenfrei zum Download angeboten – auch als App für Smartphones.

Speicherkarten aus Handy oder Digitalkamera müssen in der Regel entnommen werden und mittels Kartenlesegerät sowie PC-Programm gelöscht werden. Für nicht entfernbare Speicherkarten in Smartphones gibt es spezielle Apps zum Download. Wer sich unsicher ist, wie die Daten gelöscht werden oder wo die Speicherkarte überhaupt versteckt ist, sollte einen computerkundigen Bekannten fragen.

Eine Auswahl an Lösch-Programmen erhält man mit dem Suchworten “physikalisch löschen Programm”. Manche Anbieter von Handysammlungen oder auch Elektroaltgeräten versprechen eine sichere Datenlöschung. Da dies vom Verbraucher nicht nachvollzogen werden kann, ist es ratsam, die Daten vorher selbst sicher zu entfernen. Eine Überprüfung der Stiftung Warentest ergab, dass das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen, sowohl bei Apple als auch Android Smartphones, die privaten Daten im internen Speicher so weit löscht, dass sie so gut wie nicht mehr wiederherstellbar sind.

Bei hochsensiblen Informationen empfiehlt sich eine mechanische Vernichtung des Datenträgers durch Schreddern. Dies übernehmen Firmen, die auch Akten vernichten.

Sicher in die Reparatur

Muss ein Gerät zur Reparatur, bieten auch viele Service-Dienste eine Datensicherung an. Nutzer gehen jedoch auf Nummer sicher, wenn sie ihre Daten vor der Abgabe selbst als Kopie, etwa auf einer externen Festplatte, sichern und auf dem Gerät löschen, bevor es zur Reparatur geht. Für Smartphones und Tablets bietet sich die Sicherung der Daten auf einem Desktop-Computer oder Laptop an.

Richtige Entsorgung von Altgeräten und Datenträgern

Defekte Festplatten, Speichersticks und Co. dürfen nicht in den Restmüll wandern. Sie gehören in den Elektroschrott, der auf Wertstoffhöfen entgegengenommen wird. Sonderfall Silberlinge: CDs und DVDs zählen nicht zum Elektroschrott. Für die ausgedienten Scheiben stehen in Elektronikmärkten oftmals Sammelboxen bereit oder sie können ebenfalls separat auf dem Wertstoffhof abgegeben werden. Enthalten CDs und DVDs sensible Daten, sollte ihr Auslesen vor der Entsorgung ebenfalls unmöglich gemacht werden. Für Disks gibt es im Handel spezielle Vernichter – ähnlich den Aktenvernichtern. Doch wer die Lesefläche von CDs und DVDs mit Schmirgelpapier bearbeitet, kann ebenso sicher sein, dass seine Daten nicht mehr ausgelesen werden können.

quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/datenschutz/altgeraete-recyceln-daten-vorher-loeschen-11405

By |2019-07-22T21:13:27+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Altgeräte recyceln: Daten vorher löschen

Handel boykottiert Rücknahme alter Elektrogeräte

Deutsche Umwelthilfe kritisiert:Handel boykottiert Rücknahme alter Elektrogeräte

Die Sammelquote für Elektroschrott bleibt in Deutschland niedrig. Verantwortlich dafür ist nach Meinung der Deutschen Umwelthilfe der Handel, der die Rücknahmepflichten vielfach boykottiere. Der Verein fordert Sanktionen – und wünscht sich ein Pfandsystem für Smartphone & Co.

(Foto: mekcar – Fotolia)

65 Prozent des Elektroschrotts soll in diesem Jahr eigentlich gesammelt und erfasst werden – das ist eine Vorgabe der EU, die Deutschland aber aller Voraussicht nach verfehlen wird. Wie die Deutsche Umwelthilfe unter Verweis auf Zahlen aus dem Bundesumweltministerium vermeldet, lag die Sammelquote 2017 bei gerade mal 45 Prozent. Es werde hierzulande mehr Elektroschrott illegal entsorgt und exportiert als ordnungsgemäß gesammelt, so der Verein.

Dass die Quote in diesem Jahr die noch notwendigen 20 Prozentpunkte steigt, hält die DUH für unwahrscheinlich. Dafür müsste sich das Bundesumweltministerium »endlich vom gescheiterten Prinzip der ›freiwilligen Vereinbarungen‹ verabschieden«, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Es sei »inakzeptabel und geradezu fahrlässig, dass Discounter, die in großer Menge Elektrogeräte verkaufen, nicht zur Rücknahme von Elektroschrott verpflichtet werden.«

Die DUH hat den Handel als Hauptverantwortlichen für die niedrigen Sammelquoten ausgemacht. Testbesuche hätten gezeigt, dass viele Händler die Rücknahme von Elektrogeräten verweigern oder erschweren und nicht darüber informieren. Deshalb plädiert der Verein für eine Ausweitung der Rücknahmepflicht: Verbraucher sollten beim Kauf eines Gerätes ein ähnliches Altgerät kostenfrei zurückgeben dürfen. Zudem sollten Händler mit einer Gesamtverkaufsfläche sowie Online-Händler mit einer Lager- und Versandfläche von mehr als 100 Quadratmetern Elektroaltgeräte unter 50 Zentimetern auch unabhängig vom Kauf eines neuen Geräts zurücknehmen müssen. Damit sich Händler und Hersteller aktiv um die Rücknahme bemühen, ist es nach Einschätzung der DUH notwendig, dass diese ihre Sammelquoten veröffentlichen müssen.

Um eine bessere Information der Verbraucher zur Rücknahme von Elektroschrott zu erreichen, sollten Händler am Regal und auf der Website aktiv auf die kostenlosen Entsorgungsmöglichkeiten hinweisen müssen – und sanktioniert werden, wenn sie das nicht tun. »Die viel zu laschen Vorgaben für Handel und Industrie zur Sammlung von Elektroaltgeräten müssen dringend verschärft werden«, sagt Resch. Er hält sogar ein Pfandsystem für umweltrelevante und kurzlebige Elektrogeräte wie Smartphones für »zwingend notwendig, um die Rückgabequote gerade dieser ressourcenintensiven Geräte zu erhöhen«.

quelle: https://www.crn.de/telekommunikation/artikel-120438.html

By |2019-07-22T21:11:23+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Handel boykottiert Rücknahme alter Elektrogeräte

Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Recycling von Elektro- und Elektronikaltgeräten

Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Recycling von Elektro- und Elektronikaltgeräten

Hochwertige Recyclingrohstoffe für die Industrie

Angesichts volatiler Rohstoffpreise und sich verändernder Strukturen auf den Weltmärkten ist ein rohstoffarmes Land wie Deutschland langfristig auf günstige und hochwertige Recyclingrohstoffe für seine Industrie angewiesen.

Ausgediente Elektro- und Elektronikgeräte müssen besser erfasst und recycelt werden, damit wertvolle Rohstoffe in den Verwertungskreislauf zurückgelangen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Arbeitskreis Elektrorecycling weiterhin intensiv mit der Umsetzung des novellierten Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG2). Die Ziele des ElektroG2 können nur erreicht werden, wenn die Folgen der immer weiter zunehmenden Technologiesprünge im Elektronikbereich für das Recycling stärker als bisher berücksichtigt werden. Darüber hinaus sind eine Vielzahl von Erfassungsmaßnahmen erforderlich, um möglichst viele Elektro- und Elektronikaltgeräte einem qualitativ hochwertigen Recycling in zertifizierten Erstbehandlungsanlagen zuzuführen. Hierfür bringt sich der BDE auch durch Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt in die neue Behandlungsverordnung ein, die nur dann gelingen kann, wenn sich die Erfassung deutlich verbessert.

Elektrorecycling

Höhere Recyclingquoten für Elektro- und Elektronikaltgeräte

Die europäische WEEE-Richtlinie (Waste Electrical and Electronic Equipment) legte ab dem Jahr 2016 höhere Sammelquoten für Elektro- und Elektronikaltgeräte fest. Demnach müssen pro Jahr 45 Prozent des Durchschnittsgewichts aller in den letzten drei Jahren in Verkehr gebrachten Elektronikgeräte zurückgenommen werden. Ab dem Jahr 2019 werden die Anforderungen in einem nächsten Schritt auf dann 65 Prozent angehoben. In Deutschland wurden im Jahr 2014 knapp 43 Prozent aller Elektroaltgeräte gesammelt und fachgerecht entsorgt.

Das Erreichen der erhöhten Sammelquoten für Elektro- und Elektronikaltgeräte erfordert deshalb intensive Anstrengungen auf allen Ebenen, damit sich die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schneller als bisher der dynamischen Wirklichkeit anpassen. Die verpflichtende Rücknahme von Altgeräten durch den Handel stellt dabei einen ersten wichtigen Baustein dar, dem weitere Maßnahmen folgen müssen. Die Eindämmung illegaler Entsorgungspraktiken und eine bessere Information der Verbraucher sind zudem unerlässlich.

Preisschwankungen durch Rücknahmeverpflichtung der Kommunen

Kritisch bewertet der Arbeitskreis hingegen, dass für Kommunen der Zeitraum zur Selbstvermarktung von Elektroaltgeräten von einem auf zwei Jahre ausgedehnt werden soll. Dies …

 

18.05.2018 |  Pressemitteilung

Elektroaltgeräte-Erfassung in der jetzigen Form nicht zukunftsfähig

 

10.02.2017 | Download

Änderung des ElektroG zur Sanktionierung nicht sachgerechter Umsetzungen der Rücknahme von Elektroaltgeräten im Handel.

 

20.10.2015 | Download

ElektroG – Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die
umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten.

 

31.03.2014 | Download

Stellungnahme des BDE e.V. zum Entwurf eines novellierten ElektroG

 

01.08.2009 | Download

LAGA-Mitteilung M31

Quelle: https://www.bde.de/themen/kreislaufwirtschaft/elektrorecycling/

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By |2019-07-22T20:44:51+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Recycling von Elektro- und Elektronikaltgeräten

Ertragreicher Müll So wenig von deinem Elektroschrott wird wirklich verwertet

Ertragreicher Müll

So wenig von deinem Elektroschrott wird wirklich verwertet

Elektro-Geräte sind wertvoll, auch wenn sie nicht mehr gewollt sind. Die Recycling-Quoten sind aber erschreckend gering. Schuld daran ist vor allem eine Denkweise, die den vermeintlich günstigeren Weg auf Kosten der Umwelt geht.

25. April 2019

Darum geht’s:

Pro Kopf liegen sechs Kilogramm E-Schrott auf unserem Planeten

Der Berg an Elektroschrott in Deutschland und weltweit wächst jedes Jahr. Immer weiter verbreitet ist die weltweite Nutzung elektronischer Geräte – das ist ein enormes Problem für die Umwelt.

1,7 Millionen Tonnen E-Schrott – so viel produzieren wir alleine in Deutschland pro Jahr. Eine gewaltige Zahl, die das Problem aber noch nicht umfassend wirklich wiederspiegelt, denn E-Schrott ist nicht einfach nur Müll. Bestandteile in Smartphones und anderen Elektrogeräten sind nicht nur wertvoll, sondern häufig auch giftig. E-Müll macht zwar nur zwei Prozent der Abfallströme aus, dafür aber 70 Prozent der gefährlichen Abfallbestandteile, die auf Deponien enden. Eine genaue Auftrennung der einzelnen Bestandteile, um brauchbare Elemente zu recyceln, ist aber aufwendig und noch nicht immer lohnend.

150 Mal so schwer wie der Kölner Dom

Umso dramatischer sind die internationalen Zahlen. Weltweit entstehen etwa 45 Millionen Tonnen Elektroschrott im Jahr (Stand: 2016). Das sind knapp sechs Kilogramm pro Kopf, bei einer Betrachtung aller Menschen auf der Erde. Auf einen Haufen gelegt würde dieser Müllberg 150 Mal so viel wiegen wie der Kölner Dom. Die Hälfte davon sammelt sich in Europa und den USA.

Diese Zahl wird Schätzungen zufolge künftig noch stark ansteigen. Das liegt zum Beispiel daran, dass viele Elektrogeräte nicht für eine lange Nutzung entwickelt werden. So können Smartphone-Akkus meist nicht mehr gewechselt werden, der Kunde soll sich stattdessen regelmäßig ein neues Gerät kaufen. Die Entwicklung könnte nach Prognosen der United Nations University und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dazu führen, dass die Herstellung und Nutzung von Laptops, Smartphones und Co in 20 Jahren bereits ein Siebtel der weltweiten Schadstoff-Emissionen ausmachen. Weitere zehn Jahre später sollen bereits 120 Millionen Tonnen E-Schrott anfallen.

Einen immensen Anteil am Elektroschrott-Anstieg könnte die weltweit steigende Nachfrage nach E-Autos haben. Bis 2030 könnten nach Schätzungen der International Energy Agency (IEA) bis zu 125 Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs sein, 40 Mal mehr als heute. Derzeit liegt die weltweite Recyclingquote für diesen Markt bei nur 42%.

Immerhin: Die EU und die Volksrepublik China haben Gesetze eingeführt, die die Automobilhersteller für das Recycling von Batterien verantwortlich machen.

Was ist eigentlich Elektroschrott?

Die 2004 ins Leben gerufene Partnership on Measuring ICT for Development (ein Zusammenschluss zur Bereitstellung von Informations- und Kommunikationsdaten in Entwicklungsländern) definiert Elektroschrott als alles, was einen Stecker oder eine Batterie hat: vom Drucker über Schreibtischlampen, bis hin zu Smartphones, Kühlschränken, Rechnern, Fernsehern und Beamern, die das Ende ihrer „Lebensdauer“ erreicht haben, sowie die dazugehörigen Komponenten. Derzeit haben nur wenige Länder eine einheitliche Methode, diesen Abfall zu erfassen. E-Schrott kommt aus unterschiedlichen Quellen, aus privaten Haushalten und der Industrie.

Nach einer Festlegung der Partnerschaft gibt es sechs Kategorien von Elektroschrott:

  • Kühl- und Gefriergeräte (z. B. Kühlschränke, Klimaanlagen etc.)
  • Bildschirme/Screens (z. B. Fernseher, Laptops, Tablets etc.)
  • Leuchten/Lampen (z. B. Glühbirnen, LED-Lampen etc.)
  • Großgeräte (z.B. Waschmaschinen, Trockner etc.)
  • Kleingeräte (z.B. Mikrowellen, Toaster etc.)
  • Kleine IT- und Kommunikationsgeräte (z.B. Smartphones, GPS-Geräte, Taschenrechner, Router etc.)

Was macht Elektro-Schrott so besonders?

Elektromüll kann neben Plastikteilen auch wertvolle Edelmetalle wie Gold, Kupfer, Nickel und seltene Materialien wie Indium oder Palladium enthalten. Vor allem in Smartphones stecken teure Bestandteile. Eine Tonne Smartphones birgt heute weitaus mehr Gold als eine Tonne Gold-Erz. 1,46 Milliarden Smartphones wurden im Jahr 2017 verkauft. Jedes Gerät enthält im Schnitt elektrische Komponenten im Wert von rund 100 US-Dollar.

Trotzdem werden jedes Jahr Unmengen teurer Rohstoffe in Form von Elektroschrott einfach weggeworfen. Trotz dieser Zahlen ist eine Aufbereitung derzeit noch so aufwendig, dass sich das Recycling wirtschaftlich oft nicht rechnet. Gerade moderne Geräte beinhalten immer komplexere Bestandteile. Häufig ist es nicht möglich, diese im Einzelnen aufzutrennen, man muss sich auf bestimmte Elemente konzentrieren. Auch Experten wissen aber häufig nicht, was für Elemente im Detail in den einzelnen Bauteilen stecken.

Hinzu kommt, dass viele Menschen offenbar eine derartige Bindung zu ihren Geräten aufbauen, dass diese nach dem Gebrauch nicht in die Wiederverwertung gehen, sondern im Haushalt verbleiben.

Wie effektiv wird Elektroschrott recycelt?

In Deutschland werden nur 40 Prozent des Elektroschrotts wiederverwertet (ca. 690 Tonnen). Die internationale Recycling-Quote liegt mit rund 30 Prozent noch weiter darunter. Die Gründe für den geringen Recycling-Anteil sind vielfältig. Der größte Teil alter Geräte landet einfach auf Speichern, in Schubladen oder wandert in den Hausmüll. In Deutschland landen so jährlich 1,7 Kilogramm pro Einwohner im Restmüll. Große Geräte sind hierzulande zwar beliebt bei Altmetallverwertern. Nachdem Platinen oder Metallkörper ausgebaut wurden, geht der große Rest aber auch in die Verbrennung.

Häufig ist der aufwendige Abbau der Edelmetalle aus den “Elektro-Minen” auch einfach nicht gewollt. Derzeit ist die Extraktion wertvoller Rohstoffe noch sehr energie- und arbeitsaufwendig. Der Aufwand ist laut Jason Love sogar so hoch, dass es sich wirtschaftlich gar nicht lohne, Elektroschrott zu recyceln. Love ist Leiter der Abteilung für anorganische Chemie an der Universität in Edinburgh. Trotzdem betont Love gegenüber Quarks, wie wichtig eine bessere Wiederverwertung für die gesamte EU wäre. Das läge nicht nur daran, dass die eigenen Edelmetallvorhaben in Europa nur sehr begrenzt vorkommen. Erschwerend käme hinzu, dass die relevanten Bestandteile, bzw. ihre Neugewinnung aus natürlichen Quellen, einen großen Beitrag zur Erderwärmung leisten würden.

Recycling könnte effektiver werden

Bald aber könnte der Recyclingvorgang zumindest deutlich effektiver gestaltet sein, sagt Dr. Peter Hense, Gruppenleiter für Recyclingtechnologien beim Fraunhofer Umsicht. Laut dem Experten wird derzeit in unserer Region der Erde ein knappes Viertel des Schrotts als Schredder-Rückstand oder Staub aus der Abluftfilterung nicht verwertet.

In Mitteleuropa würde dieser Rückstand verbrannt, im Ausland teilweise sogar deponiert. Ein Recycling der feinsten Bestandteile sei damit so gut wie ausgeschlossen. Als plakatives Beispiel nennt er Gold. Nur rund 30 % des begehrten Metalls würden wiederverwertet.

Mit seiner Arbeitsgruppe hat Hense eine Technologie entwickelt, die hier künftig Besserung verspricht. Durch das iCycle-Sytem soll Metall effizienter aus E-Schrott gefiltert werden können. Dabei handelt es sich um einen Vorgang, bei dem Materialien in sauerstofffreier Atmosphäre thermisch zerlegt werden. So kann man laut Fraunhofer Umsicht Metalle und Fasern schonend auftrennen und einzelne Schadstoffe, wie Halogene, absondern.

Die notwendige Apparatur könne demnach sogar durch gasförmige und flüssige Stoffe energetisch betrieben werden, die beim eigenen Verwertungsprozess aus dem Schrott gefiltert würden. Außerdem soll sie auch solche Metalle wiederverwerten können, die bislang nicht recycelt werden konnten, etwa Tandal oder Indium. In anderen Regionen soll iCycle aber noch größeren Problemen begegnen können, zum Beispiel in Agbogbloshie.

Die Müllhalde in der ghanaischen Hauptstadt Accra wurde bereits von einigen Medien als dreckigster Ort der Welt bezeichnet. Unter großen Gefahren für Umwelt und Gesundheit wird Elektroschrott hier schutzlos mit der Hand verarbeitet. Die neue Technologie könnte auch hier eingesetzt werden, um ganz besonders feine Bestandteile des Schrotts zurückzugewinnen. Giftige Dämpfe entstünden bei dem Verarbeitungsprozess nicht.

Und jetzt?

Recycling ist ökologisch sinnvoll, einigen Schätzungen zu Folge können Verbesserungen in den Verfahrensabläufen auch dafür sorgen, dass die Wiederverwertung von Elektroschrott sich auch wirtschaftlich durchsetzen kann, sodass weniger Minenabbau notwendig wäre.

Auch knapper werdende Ressourcen auf der Erde sind ein Argument dafür, die wertvollen Bestandteile unseres Mülls effektiver aufzubereiten. Solange aber monetäre Interessen für ein Beibehalten der geringen Recycling-Quoten sprechen, sind nach Einschätzung von Experten wie Jason Love politische Eingriffe notwendig, auf lokaler, regionaler und auf EU-Ebene. Wie bei jedem Recycling sei es demnach notwendig, Überzeugungsarbeit zu leisten.

Handys als Olympia-Medaillen

Symbolisch hat man in Japan nun ein starkes Zeichen gegen die Verschwendung von Elektroschrott gesetzt. Mit einem Aufruf aus dem Jahr 2017 begann dort eine großangelegte Sammlung von Elektroschrott. Millionen von Mobiltelefonen wurden seitdem gespendet. Das Ziel: Als Gastgeber der olympischen Spiele 2020 in Tokiowollte Japan alle olympischen Medaillen aus den recycelten Schrottbestandteilen alter Elektrogeräte herstellen. Die Sammlung endete nun. Das Ergebnis: in den 18.000 landesweit bereitgestellten Sammelboxen wurden unter anderem über fünf Millionen gebrauchte Mobiltelefone abgegeben. Die finalen Zahlen sind zwar noch nicht öffentlich, doch waren die gesteckten Ziele bereits im Herbst fast erreicht:
28 kg Gold, 3.500 kg Silber und 2.700 kg Bronze: Edelmetalle im Wert von rund drei Millionen Euro konnten so aus den gespendeten Elektrogeräten wiederverwertet und zu olympischen Medaillen geschmolzen werden.

Ein Prestige-Projekt und eine Werbung für einen möglichen E-Schrott-Kreislauf der Zukunft – noch steckt aber auch ein immenser Aufwand hinter den Verfahren.

Autor: Martin Pieck

Quelle : https://www.quarks.de/umwelt/muell/so-wenig-von-deinem-elektroschrott-wird-wirklich-verwertet/

By |2019-07-22T20:48:24+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Ertragreicher Müll So wenig von deinem Elektroschrott wird wirklich verwertet

Elektroaltgeräte

Elektroaltgeräte

Alte Fernsehgeräte und Computermonitore auf einem Haufen.
Alte Elektrogeräte sind nicht einfach nur Abfall – sie enthalten wertvolle Ressourcen
Quelle: Gerhard Kotschik / UBA

Elektroaltgeräte enthalten wertvolle Metalle und andere Stoffe, die wiederverwendet werden können. Das schont Ressourcen und Umwelt. Elektrogeräte enthalten oft aber auch Schadstoffe. Diese gefährden bei nicht fachgerechter Entsorgung Gesundheit und Umwelt. Daher werden Elektroaltgeräte getrennt gesammelt.

 

Elektronikaltgeräte in Deutschland

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland etwa 722.000 Tonnen Elektroaltgeräte gesammelt. Der weit überwiegende Teil waren Altgeräte aus privaten Haushalten im Sinne des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (circa 623.000 Tonnen). Das entspricht 7,6 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Die restlichen Mengen (circa 99.000 Tonnen) kamen von anderen Nutzern als privaten Haushalten.

Gesetzliche Grundlagen

Eine ordnungsgemäße Entsorgung von Elektroaltgeräten – also solchen Elektrogeräten, die bereits Abfall geworden sind – vermeidet eine Gefährdung der Umwelt und ermöglicht das Recyceln von Wertstoffen. Um dies europaweit einheitlich zu regeln, existiert seit 2003 die Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie (WEEE-Richtlinie). Sie wurde in Deutschland 2005 durch das Elektro- und Elektronikgeräte-Gesetz (ElektroG) umgesetzt. Im Juli 2012 wurde die EU-Richtlinie neu gefasst (sogenannte WEEE II). Diese wurde in nationales Recht durch die Novellierung des ElektroG vom 20. Oktober 2015 umgesetzt.

In Deutschland wurde für die Entsorgung von Elektroaltgeräten die so genannte geteilte Produktverantwortung eingeführt. Dies bedeutet, dass wesentliche Pflichten zum einen bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (örE), zum anderen bei den Herstellern von Elektro(nik)geräten liegen. Die örE sind verpflichtet, Sammelstellen für Elektroaltgeräte einzurichten und diese dort grundsätzlich kostenlos zurückzunehmen. Dies geschieht derzeit an rund 2.000 kommunalen Sammelstellen. Die Hersteller können außerdem freiwillig eigene Rücknahmesysteme anbieten. Auch der Handel darf Elektroaltgeräte freiwillig zurücknehmen; seit Juli 2016 sind überdies Vertreiber mit einer Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400m² verpflichtet, Altgeräte, die in keiner äußeren Abmessung größer als 25 Zentimeter sind ohne Neukauf (sog. 0:1-Rücknahme) bzw. alle Altgeräte bei Neukauf eines neuen Gerätes mit im Wesentlichen den gleichen Funktionen (sog. 1:1-Rücknahme) zurückzunehmen. Bei einem Vertrieb durch Onlinehändler zählen hier entsprechend die Lager- und Versandflächen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind verpflichtet, Elektroaltgeräte auf einem dieser Wege abzugeben und dürfen diese keinesfalls im Hausmüll entsorgen.

Für die ordnungsgemäße Entsorgung der zurückgenommenen Elektroaltgeräte sind wiederum die Hersteller verantwortlich. Sie tragen die finanzielle Produktverantwortung für die Entsorgung der in Verkehr gebrachten Elektrogeräte. Zusätzlich regelt die Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten, die so genannte RoHS-Richtlinie den Einsatz bestimmter umweltgefährdender Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Sie wird in Deutschland durch die Elektrostoff-Verordnung umgesetzt. Diese trat am 9. Mai 2013 in Kraft. Demnach können insbesondere die  Stoffe Blei, Quecksilber, Cadmium, Sechswertiges Chrom, Polybromierte Biphenyle (PBB) und Polybromierte Diphenylether (PBDE) in neuen Elektrogeräten nur noch stark eingeschränkt verwendet werden.

Recycling und Verwertung

Die zurückgegebenen Elektroaltgeräte werden an kommunalen Sammelstellen in sechs Sammelgruppen sortiert. Dadurch kann bei der Vorbereitung zur Wiederverwendung und Behandlung besser auf die Anforderungen der unterschiedlichen Geräte eingegangen werden. So werden beispielsweise große Altgeräte getrennt von kleinen gesammelt, damit diese nicht zerstört werden. Kühlgeräte werden aufgrund der in ihnen noch häufig enthaltenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) gesondert behandelt. Gasentladungslampen werden wegen des enthaltenen Quecksilbers getrennt erfasst.

Die Behandlungs- und Verwertungsverfahren sind je nach Geräteart teilweise sehr unterschiedlich. Bei Kühlgeräten beispielsweise findet zuerst eine Absaugung des Kühlmittel-Öl-Gemisches aus dem Kühlkreislauf statt. Anschließend werden die Gehäuse geschreddert. Dabei werden die in dem Isoliermaterial enthaltenen Gase (bei älteren Geräten auch FCKW) abgesaugt und anschließend schadlos entsorgt.

Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) werden zumeist geschreddert und im Nass- oder Trockenverfahren behandelt. Dabei wird das Quecksilber abgesaugt und über Aktivkohle gefiltert beziehungsweise reichert sich im Sedimentschlamm an. In weiteren Schritten ist eine Rückgewinnung des Quecksilbers möglich.

Computer oder Monitore und Fernseher werden in der Regel zunächst manuell zerlegt. Dabei entfernen Fachkräfte schadstoffhaltige Bauteile wie Batterien, Kondensatoren, Quecksilber-haltige Hintergrundbeleuchtung von Flachbildschirmen oder Kathodenstrahlröhren von alten Röhrenfernsehern. Sie bauen in der Regel wertvolle Bauteile wie Leiterplatten aus. Die verbleibenden Bauteile werden in einem Schredder zerkleinert und anschließend durch Sortier- und Trennverfahren in verschiedene Fraktionen sortiert.

Am Ende des Behandlungsprozesses sind aus den Elektroaltgeräten viele verschiedene Fraktionen entstanden. Die Metallfraktionen – beispielsweise Eisen beziehungsweise Stahl, Kupfer, Aluminium, Messing – werden in Metallhütten für die Produktion neuer Metalle eingesetzt. Leiterplatten und zum Beispiel Stecker mit vergoldeten Kontakten gehen in der Regel in bestimmte Kupferhütten, die auch auf die Rückgewinnung von Edel- und Sondermetallen spezialisiert sind. Die Kunststofffraktionen gehen zum Teil in die energetische und zum Teil in die stoffliche Verwertung.

Sammel- und Verwertungsquoten für Elektroaltgeräte

Sowohl die alte als auch die neue WEEE-Richtlinie enthalten zum einen Sammelziele, zum anderen spezifische Recycling- und Verwertungsquoten. Deutschland ist seit 2006 verpflichtet, der EU-Kommission über die Einhaltung dieser Quoten zu berichten.
Die alte WEEE-Richtlinie gab ein absolutes Sammelziel von mindestens vier Kilogramm pro Einwohner und Jahr vor. Deutschland hat dieses Ziel stets sicher erreicht. Die Sammelmenge in den Jahren 2006 bis 2015 betrug zwischen 6,3 und 9,5 Kilogramm. Die WEEE II gibt seit 2016 relative Sammelquoten vor. Der Wert beträgt zunächst 45 Prozent des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro(nik)geräte. Ab 2019 müssen 65 Prozent gesammelt werden (nach der gleichen Berechnungsmethode). 2015 erreichte Deutschland eine Sammelquote von 42,5 Prozent.

Darüber hinaus geben die WEEE-RL und das ElektroG spezielle Quoten für das Recycling und die Verwertung der verschiedenen Gerätekategorien vor. Für alle Altgeräte sind je nach Kategorie Verwertungsquoten zwischen 70 und 80 Prozent und Quoten für die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling von zusammen zwischen 50 und 80 Prozent zu erreichen. Deutschland hat seit 2007 alle Quoten eingehalten, jedoch im Jahr 2015 die geforderten Quoten der Kategorie 1 und Kategorie 5a nur knapp verfehlt. Die WEEE II setzt auch hier seit 2015 neue, und zwar höhere Quoten fest, die 2018 aufgrund des Wechsel von 10 Kategorien auf 6 Kategorien noch einmal angepasst werden.

Schaubild Elektro- und Elektronikgerätegesetz
Schaubild Elektro- und Elektronikgerätegesetz
Quelle: Umweltbundesamtschaubild_abfall-ressourcen_produktverantwortung_elektrog_schaubild_elektro-und_elektronikgeraetegesetz.pdf

 

Aktuelle Herausforderungen

Sammelmenge erhöhen

Im Jahr 2015 hat Deutschland die ab 2016 geltende Sammelquote von 45 Prozent noch nicht sicher erreicht. Um dieses Ziel zuverlässig zu schaffen und ab 2019 die Sammelquote von 65 Prozent einzuhalten, sind noch deutliche Anstrengungen notwendig. Wichtig ist hierbei die bessere Erfassung der sogenannten Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke, aber auch von Fernsehern und Monitoren. Diese Geräte sind besonders schwer und tragen daher besonders stark zur gewichtsbezogenen Sammelquote bei. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass hier noch große Potentiale zu bergen sind. Zur Steigerung der erfassten Mengen kann ein Ausbau der Rückgabemöglichkeiten, erhöhte Transparenz bei der Erfassung sowie die Eindämmung illegaler Abgriffe und illegaler Exporte dienen. Auch eine kontinuierliche Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher muss weiterhin betrieben werden. Viele wissen noch immer nicht, dass die Rückgabe von Elektroaltgeräten bei den Sammelstellen kostenlos ist und welchen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung sie damit leisten können. Seit Anfang 2013 können sich Verbraucherinnen und Verbraucher mithilfe einer eSchrott-Appdie nächstgelegene Sammelstelle für Elektroaltgeräte anzeigen lassen. Auch unter folgendem Link lässt sich ein Verzeichnis der Sammel- und Rücknahmestellen anzeigen.

Ressourcenrelevante Geräte besser erfassen

Bei der Behandlung und Verwertung von Elektroaltgeräten sind die Recyclingausbeuten für Massemetalle (Eisen, Kupfer, Aluminium) sehr gut. Die Rückgewinnung von Edel- und Sondermetallen, insbesondere aus bestimmten Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnik (IKT), ist dagegen noch deutlich ausbaubar. Vor allem hochtechnisierte Geräte wie Laptops, Handys, Smartphones, Computer und Ähnliches enthalten viele ressourcenrelevante Metalle. Diese Metalle sind häufig nur in geringen absoluten Mengen pro Gerät enthalten, ergeben aber für den gesamten Abfallstrom hohe Gesamtfrachten. So sind zum Beispiel in einer Tonne Handys etwa 250 Gramm Gold enthalten – zum Vergleich: Eine Tonne Golderz enthält etwa fünf Gramm Gold. Da die Primärgewinnung von Gold und anderen ressourcenrelevanten Metallen häufig mit sehr hohen Umweltbelastungen verbunden ist, müssen diese Rohstoffe konsequent recycelt werden. Dazu müssen in einem ersten Schritt die entsprechenden Altgeräte besser erfasst werden. Durch die Vermischung mit anderen, weniger ressourcenrelevanten Elektroaltgeräten (zum Beispiel Drucker, Kopierer) sinkt der relative Anteil der wertvollen Metalle im Abfallstrom.

Im Großteil der Behandlungsanlagen werden die Altgeräte mechanisch zerkleinert und anschließend durch Sortiertechnologien in verschiedene Fraktionen getrennt. Dabei gelangen viele Edel- und Sondermetalle in Fraktionen, aus denen sie nicht mehr zurückgewonnen werden. Die Ausbeute an diesen Metallen kann durch die Optimierung der Schredder- und Sortiertechnologien verbessert werden. Besser ist es jedoch, entsprechende Bauteile wie Leiterplatten oder Stecker vor der mechanischen Zerkleinerung manuell zu demontieren. Aufgrund der derzeit hohen Erlöse wird dies für besonders werthaltige Bauteile auch in vielen Anlagen bereits umgesetzt. Aber auch hier gibt es noch Verbesserungspotenzial. Das Umweltbundesamt lässt derzeit in einem Forschungsvorhaben konkrete Empfehlungen für eine verbesserte Sammlung, Behandlung und Verwertung von ressourcenrelevanten Elektroaltgeräten erarbeiten.

Konkrete Verbesserungen der Verwertung bestimmter Gerätegruppen notwendig

Trotz der guten Gesamtsituation beim Recycling von Elektroaltgeräten lässt sich die umweltgerechte Entsorgung einiger Gerätegruppen noch optimieren. Bei Kühlschränken oder Bildschirmgeräten sind die Erfassungs- und Behandlungsmethoden noch immer nicht optimal eingestellt. So werden die FCKWs aus alten Kühlschränken nicht immer restlos zurückgewonnen und vernichtet. Insbesondere die illegale Entnahme der kupfer- und damit werthaltigen Kompressoren stellt ein gravierendes Problem dar. Dadurch wird der Kühlkreislauf zerstört und die FCKW-haltigen Kühlmittel entweichen ungehindert in die Atmosphäre. Vor allem, wenn Geräte bei Sperrmüllsammlungen über Nacht auf die Straße gestellt werden, besteht die Gefahr solcher Diebstähle. Da darüber hinaus manche Recyclinganlagen unter dem Druck stehen, eine möglichst kostengünstige Entsorgung anzubieten, ist eine vollständige Entnahme der FCKWs nicht immer sichergestellt.

Klarer Verbesserungsbedarf herrscht ebenso bei den großen Bildschirmgeräten (Kathodenstrahl- und LCD-Fernseher und -Monitore). Sie werden beim Sammeln in großen Containern häufig beschädigt oder zerstört. Dies erschwert die weitere Verwertung und birgt die zusätzliche Gefahr von Schadstoffkontaminationen (beispielsweise durch Quecksilber aus der LCD-Hintergrund-Beleuchtung). In naher Zukunft wird auch das Entsorgen und Recyceln von Photovoltaikmodulen an Relevanz gewinnen. Die zu entsorgenden Mengen sind aufgrund der langen Lebensdauer der Module bislang noch sehr gering, werden im kommenden Jahrzehnt jedoch stark ansteigen. Hierfür müssen rechtzeitig ausreichende Kapazitäten beim Recycling geschaffen sowie ein geeignetes Erfassungssystem aufgebaut werden.

Illegaler Export

Laut einer Studie von Ökopol im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2008 etwa 155.000 Tonnen Elektro-Altgeräte aus Deutschland in Länder wie Nigeria, Ghana, Indien oder Südafrika exportiert. Sie wurden als Gebrauchtgeräte deklariert. Der weitaus größte Teil davon waren Fernseher und Monitore. Ein wesentlicher Teil befand sich in einem sehr schlechten Zustand. In den genannten Ländern gibt es aber kaum professionelle Recyclingstrukturen. Häufig gewinnen junge Menschen aus den nicht mehr funktionsfähigen Geräten einige wenige masserelevante Wertstoffe (Kupfer, Aluminium, einen Teil des Goldes). Dabei riskieren sie ihre Gesundheit und die Umwelt wird stark belastet. Üblicherweise werden die Monitore auf den Boden geworfen, um sie zu zerstören. Die Kunststoffummantelung von Kupferkabeln wird weggeschmort. Dabei entwickeln sich giftige Dämpfe. Andere Geräteteile werden ohne jeglichen Arbeitsschutz im Säurebad aufgelöst. Die Restteile werden verbrannt, wild deponiert oder in Flüssen abgelagert.

Um diese unhaltbare Situation zu verbessern, schreibt die neue WEEE-Richtlinie vor, dass vor dem Export die Funktionsfähigkeit der als gebraucht deklarierten Geräte nachgewiesen werden muss. Durch diese Umkehr der Beweislast soll sichergestellt werden, dass nur noch intakte Geräte exportiert werden. Denn diese schonen durch eine weitere Nutzung in den Empfängerländern Ressourcen, da die Produktion von Neugeräten vermieden wird. Parallel zu der Eindämmung von illegalen Exporten müssen auch die Sammelstrukturen und Behandlungskapazitäten in den potenziellen Empfängerländern auf- und ausgebaut werden, um die enthaltenen Stoffe recyceln zu können. Denn auch in diesen Ländern fallen zunehmend eigene Elektroaltgeräte an. Hier muss eine gesundheits- und umweltverträgliche Entsorgung sichergestellt werden.

 

Vermeidung und lange Nutzung bieten die größten Ressourcenschutzpotenziale

Ressourcen können jedoch nicht allein durch effizientes Recycling geschont werden. Denn die Recyclingtechnik muss sich immer wieder an Techniksprünge bei Elektro- und Elektronikprodukten anpassen. In der Zwischenzeit werden die enthaltenen Rohstoffe nicht optimal oder gar nicht zurückgewonnen. Teilweise stehen die Recyclingunternehmen auch unter einem hohen betriebswirtschaftlichen Druck, der es nicht immer zulässt, alle Rohstoffe vollständig wiederzugewinnen. Aus Ressourcenschutzsicht ist aber grundsätzlich eine Reduktion der anfallenden Gesamtmenge von Elektroaltgeräten anzustreben. Der wichtigste Ansatzpunkt dafür ist: Die Kauflust der Deutschen hat ihre Schattenseite. Für unseren Konsum werden (zu) viele Ressourcen in Anspruch genommen. Je mehr Produkte auf den Markt gebracht und gekauft werden, desto mehr Elektroaltgeräte fallen an. Die Verbindung zwischen Produkt und Abfall kann nicht geleugnet werden. Außerdem verbraucht die Neuproduktion viel Energie. Laut gesetzlich verankerter Abfallhierarchie steht die Vermeidung an erster Stelle vor der Vorbereitung zur Wiederverwendung und der Entsorgung. Doch in der Praxis sieht dies meist anders aus.

Mit der Vermeidung unnötiger Konsumgüter kann jede und jeder einzelne etwas tun. So kann eine nachhaltige Ressourcenschonung erreicht und gleichzeitig die Lebensqualität gesteigert werden. Denn wenn wir nicht kritisch hinterfragen, was wir zum Leben eigentlich brauchen, führt dies letztlich auch zu einer Minderung der Lebensqualität. Durch den Kauf unnötiger Dinge entgehen uns viele andere Alternativen, unser Leben angenehm zu gestalten. Auch durch eine längere Nutzung der Geräte wird die absolute Abfallmenge ohne größere Einschränkungen verringert. Hier ist jede Bürgerin und jeder Bürger selbst gefordert zu überlegen, ob ein Gerät tatsächlich schon wieder ausgetauscht werden muss. Auch die Hersteller sind weiterhin gefordert, ihre Produkte so zu gestalten, dass einer langen Nutzung auf hohem Qualitätsniveau nichts im Wege steht.

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By |2019-07-22T20:53:22+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Elektroaltgeräte

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Elektro-Recycling: Online-Händler müssen Altgeräte annehmen

Smartphones, Computer, DVD-Player, Kühlschränke – Elektrogeräte bestimmen unseren Alltag. Doch wohin mit den ausrangierten Geräten? Ein neues Gesetz nimmt dabei nun auch Online-Versandhändler in die Pflicht. Doch ob das zu mehr Recycling führt, wird stark bezweifelt.
Von Rita Deutschbein mit Material von dpa
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Für ausgediente Elektrogeräte gibt es von nächster Woche an eine weitere Rückgabe­möglichkeit. Ob Föhn oder Telefon – Geräte bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimeter können dann auch zu Online-Händlern geschickt werden, die sie unentgeltlich entsorgen müssen. Damit greift nach einer Übergangsfrist auch für Internetanbieter mit einer Lagerfläche von mehr als 400 Quadratmetern ein Gesetz, das für mehr Recycling sorgen soll. Für den stationären Handel gilt die Rücknahmepflicht schon seit vergangenem Herbst.

Elektro-Recycling: Online-Händler müssen Altgeräte annehmenElektro-Recycling: Online-Händler müssen Altgeräte annehmenDie Händler müssen die Kleingeräte unabhängig davon annehmen, ob der Kunde bei ihnen etwas kauft. Bei Geräten über 25 Zentimeter Kantenlänge gilt die Rücknahme­pflicht nur, wenn gleichzeitig ein ähnliches Gerät gekauft wird. Kunden des Online-Händlers Amazon finden beispielsweise auf dessen Webseite seit Kurzem den Hinweis, dass sie künftig über Amazon Elektro- und Elektronik­geräte kostenlos recyceln können. Informationen dafür hat das Unternehmen auf einer separaten Seite bereitgestellt. Verbraucher können aber auch weiterhin wie gewohnt zu einem Wertstoffhof gehen.

Keine Elektroschrott-Welle erwartet

Doch trotz neuer Möglichkeiten für das Entsorgen von Elektro-Altgeräten sehen Recycling-Fachleute keine neue Welle an Elektroschott heranrollen. “Da dürfte sich nicht viel ändern”, sagte Marc Wenzel von der Fachfirma Electrocycling aus Goslar im Harz. Sein Unternehmen gehört zu den Recycling-Betrieben, die hierzulande ausgediente Elektrogeräte verwerten, also die Rohstoffe herausholen, vermeintlichen Abfall­stoffen ein zweites Leben einhauchen und den Rest – wie etwa alte Batterien – fachgerecht entsorgen.

Und genau das dürfte laut Wenzel weiter der Fall sein. “Wichtiger erscheint mir Werbung für die Sache: Warum ist Recycling sinnvoll?”, sagte Wenzel. Man müsse dabei auch an Verbraucher denken, die zum Beispiel kein Auto hätten. Für sie sei die Versuchung größer, alte Elektrogeräte verbotener­weise doch im Hausmüll zu entsorgen. Abhilfe schaffen könnten laut Wenzel mehr dezentrale Sammelstellen etwa per Container an Tankstellen oder Supermärkten, möglicherweise aber auch über die Müllabfuhr, wo Trennen in Deutschland schon ausgereift sei.

Es gibt Kritik am neuen Recycling-Gesetz

Electrocycling, 1995 gegründet und 190 Mitarbeiter stark, hat laut eigenen Angaben schon gut 600 000 Tonnen Elektroaltgeräte verwertet. Derzeit verarbeitet die Firma rund 4 000 Tonnen Altgeräte pro Monat und nennt sich einen der leistungsfähigsten Verwerter der Branche.

Auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel sieht in der Reform alles andere als eine Revolution. “Wir halten das Gesetz für unsinnig, weil wir glauben, dass es einen Zusatznutzen nur in homöopathischen Dosen bringt”, heißt es vom Verband.

Wer etwa sein ausgedientes Radio einem Online-Händler zurückgeben will, braucht wie bei einer Retoure oder Reklamation zunächst ein Rücksende-Etikett, muss das Gerät selber verpacken und es zu einer Paket-Annahmestelle bringen. Nach wie vor nehmen aber auch die Recyclinghöfe Elektro­schrott an – und zwar auch Großgeräte, für die die neue Rücknahme-Vorgabe an Online-Händler nur bedingt gilt.

Der Handel hatte die neue Recycling-Regelung kritisiert und vor Nachteilen gewarnt, die bei einigen Händlern die Existenz bedrohen könnten, wir berichteten.

Nicht immer muss ausgediente Hardware in den Müll. Manchmal steckt in den alten Geräten noch einiges drin. Was beispielsweise ein ausgedientes Smartphone noch leisten kann, lesen Sie in diesem Bericht.

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Quelle: https://www.teltarif.de/elektro-recycling-gesetz-online-haendler/news/64752.html

By |2019-07-22T20:54:36+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Fusce mattis nunc ut aliquam

Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Container enthält alte Elektrogeräte wie Monitore, Computer und Haushaltsgeräte
Alte Elektronikgeräte müssen sicher entsorgt werden – das fordert das ElektroG
Quelle: SGappa / Fotolia.com

Ziel des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) ist der Schutz von Umwelt und Gesundheit. Zusätzlich soll es helfen, natürliche Ressourcen zu schonen. Grundlegende Voraussetzung dafür ist es, Abfälle zu vermeiden und möglichst effizient zu verwerten. Das ElektroG verpflichtet u.a. die Hersteller, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen.

Sinn und Zweck des ElektroG

Das „Elektrogesetz” (Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten vom 20.10.2015) soll die abfallrechtliche Produktverantwortung der Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten umsetzen. Es dient den Zielen

  • Gesundheit und Umwelt vor schädlichen Substanzen aus Elektro- und Elektronikgeräten zu schützen und
  • die Abfallmengen durch Wiederverwendung oder Verwertung (Recycling) zu verringern.

Deutlich stärker als bisher sind die Hersteller – neben Produzenten auch Importeure und Exporteure sowie Vertreiber – von Elektro- und Elektronikgeräten für den gesamten Lebensweg der Geräte verantwortlich. Die Kommunen sind verpflichtet, Elektro- und Elektronik-Altgeräte aus Privathaushalten an Sammelstellen entgegenzunehmen. Dort sind sie von den Herstellern abzuholen und fachgerecht zu entsorgen. Für die fachgerechte Entsorgung von Geräten, die ausschließlich im gewerblichen Bereich eingesetzt und nach dem 13. August 2005 in Verkehr gebracht wurden, sind ebenfalls die Hersteller verpflichtet. Dabei haben die Hersteller ein eigenes Rücknahmesystem für die Altgeräte zur Verfügung zu stellen. Wurden die Geräte vor dem 13. August 2005 (bzw. vor dem 24.10.2015, sofern sie mit diesem Datum erstmals im Anwendungsbereich des ElektroG sind) in Verkehr gebracht, obliegt die fachgerechte Entsorgung den jeweiligen Besitzern.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind verpflichtet, ihre ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte separat vom Hausmüll zu entsorgen. Hierzu können sie diese kostenlos bei den kommunalen Sammelstellen abgeben. Alternativ können sie ein Rücknahmesystem der Hersteller oder Vertreiber von Elektro- und Elektronikgeräten nutzen. Zudem sind Vertreiber mit einer Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400 Quadratmetern verpflichtet, beim Verkauf eines neuen Elektro- oder Elektronikgerätes an einen Endnutzer ein Altgerät der gleichen Geräteart, das im Wesentlichen die gleichen Funktionen wie das neue Gerät erfüllt, unentgeltlich zurückzunehmen (1:1 Rücknahme) und Altgeräte, die in keiner äußeren Abmessung größer als 25 Zentimeter sind, in haushaltsüblichen Mengen unentgeltlich zurückzunehmen, wobei die Rücknahme nicht an den Kauf eines Elektro- oder Elektronikgerätes geknüpft werden darf (0:1 Rücknahme). Dasselbe gilt auch im Versandhandel, in dem Fall bezieht sich die Mindestfläche von 400 Quadratmetern auf die gesamte Lager- und Versandfläche des Händlers. Ob die Altgeräte dann einfach an den Händler geschickt werden können oder dieser eine andere Form der Rücknahme einrichtet, bleibt dem Händler überlassen. Insgesamt gilt für die Umsetzung der Rücknahmepflicht des Handels eine neunmonatige Übergangsfrist, die Abgabe muss also spätestens ab dem 24. Juli 2016 bei allen verpflichteten Vertreibern möglich sein.

Bevor sich Verbraucherinnen und Verbraucher zur Entsorgung eines Elektro- oder Elektronikgerätes entschließen, sollten sie jedoch überprüfen, ob das Gerät möglicherweise noch anderweitig genutzt werden kann. In vielen Fällen schont eine längere Nutzung die Umwelt, gerade wenn dadurch die vorzeitige Entsorgung des alten und die unnötige Produktion eines neuen Gerätes vermieden werden kann. Auf keinen Fall dürfen Elektrogeräte in den Hausmüll gelangen. Denn dadurch gehen nicht nur wertvolle Rohstoffe für den Stoffkreislauf verloren, sondern es werden auch zusätzlich Schadstoffe in den Hausmüll eingetragen. Zur Information darüber, welche Geräte durch die Sammelstellen oder Rücknahmesysteme angenommen werden, sind Elektrogeräte durch ein deutliches Symbol, die durchgestrichene Abfalltonne, gekennzeichnet.

Aufgaben des Umweltbundesamtes im Zusammenhang mit dem ElektroG

Fachliche Aufgaben

Das Umweltbundesamt sammelt für die Berichterstattung an die Europäische Kommission die Daten von Herstellern, Kommunen, Vertreibern und Entsorgern und bereitet sie den Anforderungen der Berichtspflichten entsprechend auf. Für das sogenannte Datenmonitoring werden wissenschaftlich fundierte Vorgaben entwickelt und in einer Praxishilfe veröffentlicht.

Auch die Fortentwicklung der Gesetzgebung auf nationaler und internationaler Ebene wird durch das Umweltbundesamt unterstützt und begleitet. Der Stand der Technik zur Erfassung und Entsorgung der Altgeräte wird durch fachliche Expertise kontinuierlich verbessert: Zum Beispiel durch die Vergabe und Begleitung von Investitionsprojekten im Rahmen des Förderprogramms „Demonstrationsvorhaben zur Verminderung von Umweltbelastungen”. Schließlich informiert das UBA die Öffentlichkeit über die abfallrechtliche Herstellerverantwortung für Elektro- und Elektronikgeräte und über deren Verknüpfungen mit anderen umweltrelevanten Bereichen und Akteuren.

Die Rechts- und Fachaufsicht

Das UBA als zuständige Behörde nach Paragraf  40 Absatz 1 ElektroG hat am 24.10.2015 die mit dem ElektroG verbundenen hoheitlichen Aufgaben auf die von Herstellern als Gemeinsame Stelle errichtete stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) erneut übertragen. Die Beleihung per Beleihungsbescheid dient dazu, die besondere Fachkompetenz der Stiftung zu nutzen und das Umweltbundesamt als Vollzugsbehörde zu entlasten. So liegt zum Beispiel die Entscheidung darüber, welche Geräte unter den Anwendungsbereich des ElektroG fallen, bei der stiftung ear.

Die staatliche Verantwortung wird jedoch nicht vollständig abgegeben. Das Umweltbundesamt übt als beleihende Behörde gemäß Paragraf 41 Absatz 1 ElektroG die Rechts- und Fachaufsicht über die stiftung ear aus, um eine ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung sicherzustellen. In dem Schaubild „Elektro- und Elektronikgerätegesetz – Steuerung der Altgeräte-Entsorgung in der Bundesrepublik Deutschland” (wird gerade überarbeitet) ist das Zusammenwirken der Akteure dargestellt.

Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten

Das Umweltbundesamt ist für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach Paragraf 45 Absatz 1 Nummern 1 bis 5, 7, 10, 13 und 15 des ElektroG zuständig. Die Ahndung der übrigen Tatbestände ist Aufgabe der Bundesländer. Die vom Umweltbundesamt zu verfolgenden Tatbestände nach dem ElektroG betreffen:

  • die nicht rechtzeitig vorgenommene Registrierung als Hersteller
  • das Inverkehrbringen von Elektrogeräten, ohne als Hersteller ordnungsgemäß, d.h. mit zutreffender Marke und Geräteart registriert zu sein
  •  als Vertreiber das Anbieten von Elektrogeräten, deren Hersteller nicht ordnungsgemäß registriert ist
  • die Nichtausweisung der Registrierungsnummer durch Hersteller
  • die Nichtbenennung eines Bevollmächtigten durch Hersteller
  • die mangelnde oder nicht rechtzeitige Abholung eines durch die kommunale Sammelstelle bereitgestellten Behältnisses mit Elektroaltgeräten
  • die mangelnde oder nicht rechtzeitige Aufstellung eines leeren Behältnisses an einer kommunalen Sammelstelle sowie
  • die mangelhafte oder nicht rechtzeitige Mitteilung zur monatlich in Verkehr gebrachten Gerätemenge und der jährlich verwerteten Altgerätemenge.

Hersteller im Sinne des ElektroG sind insbesondere Produzenten und Importeure, die sich ordnungsgemäß – das heißt mit der zutreffenden Marke und Geräteart – durch die stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) registrieren lassen müssen, bevor sie ihre selbst produzierten oder importierten Elektrogeräte in Deutschland in den Verkehr bringen. Im Ausland ansässige Hersteller müssen entweder in Deutschland eine Niederlassung errichten oder der stiftung ear einen in Deutschland niedergelassenen Bevollmächtigten benennen, der sich dann an ihrer Stelle ordnungsgemäß registrieren lässt und für die Erfüllung ihrer gesetzlichen Herstellerpflichten  verantwortlich ist. Umgekehrt müssen in das EU-Ausland exportierende deutsche Hersteller, sofern sie im jeweiligen Zielland ihrer Elektrogeräte über keine Niederlassung verfügen, einer im Zielland zuständigen Behörde einen dort ansässigen Bevollmächtigten benennen.

Eine unterlassene oder nicht ordnungsgemäße Registrierung eines Herstellers (bzw. dessen Bevollmächtigten) stellt einen – mitunter erheblichen – ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil dieses Herstellers dar. Obwohl ihm die Marktteilnahme gesetzlich untersagt ist, entzieht er sich damit nicht nur seiner Herstellerverantwortung für seine eigenen Elektrogeräte, sondern diese müssen am Ende ihrer Nutzungsphase auch noch von den registrierten Herstellern kostenwirksam mit entsorgt werden. Daher können Verstöße gegen die Registrierungspflicht mit bis zu 100.000,- € Bußgeld geahndet werden und es wird zudem regelmäßig auch der durch den Verstoß erzielte wirtschaftliche Vorteil abgeschöpft.

Vertreibern ist das Anbieten von Elektrogeräten nicht ordnungsgemäß registrierter Hersteller (bzw. von Herstellern, deren Bevollmächtigter nicht ordnungsgemäß registriert ist) gesetzlich untersagt. Bieten sie dennoch solche Elektrogeräte an, gelten sie ihrerseits als Hersteller und unterliegen den entsprechenden Herstellerpflichten. Zur Gewährleistung eines transparenten und sich selbst kontrollierenden Marktes wird das Verzeichnis der registrierten Hersteller und Bevollmächtigten durch die stiftung ear jederzeit und kostenfrei einsehbar im Internet veröffentlicht und laufend aktualisiert. Zudem ist jeder Hersteller verpflichtet, seine Registrierungsnummer beim Anbieten und auf Rechnungen anzugeben.

Weitere Einzelheiten, insbesondere zum Anwendungsbereich des ElektroG, sind auf der Internetseite der stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) einsehbar – durch kostenlose Einrichtung dynamischer Lesezeichen lässt sich sicherstellen, dass Änderungen auf der Internetseite der stiftung ear rechtzeitig wahrgenommen werden.

Die Widerspruchsbehörde

Seit dem 1. Juli 2007 ist das UBA als Widerspruchsbehörde für Entscheidungen über Widersprüche gegen Verwaltungsakte der stiftung ear zuständig. Seit dem 24.10.2015 ist das Widerspruchsverfahren für die meisten Verwaltungsakte der stiftung ear eröffnet. Lediglich gegen Abhol- und Bereitstellungsanordnungen findet kein Widerspruchsverfahren statt (Paragraf 44 Absatz 1 ElektroG), hier ist die Klage vor dem Verwaltungsgericht das statthafte Rechtsmittel. Der Widerspruch durch den Hersteller ist bei der stiftung ear einzulegen; er kann aber auch beim Umweltbundesamt eingelegt werden.

quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/elektroaltgeraete/elektro-elektronikgeraetegesetz

By |2019-07-22T21:01:05+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Was gehört jetzt alles zum Elektroschrott

RATGEBER

Neue VerordnungWas gehört jetzt alles zum Elektroschrott?

Leider ist dieses Video nicht verfügbar. Grund könnte Ihr aktueller Standort sein.
Wir freuen uns aber, Sie als Leser informativ und kurzweilig auf dem Laufenden halten zu können.

Entsorgen, verkaufen, verschenken, reparieren? Von heute an werden viele Gebrauchsgegenstände zum Elektroschrott und müssen getrennt entsorgt werden. Hier gibt es die wichtigsten Antworten zum Thema.

Seit dem heutigen Mittwoch gelten neue Regeln für den Elektroschrott. Nun müssen auch Produkte mit fest verbauten elektrischen Teilen wie Blinkschuhe und elektrisch verstellbare Fernsehsessel als Elektroschrott gesondert entsorgt werden. Wo Verbraucher ihren Schrott entsorgen können und wie sie womöglich noch Geld damit verdienen können, hat die Verbraucherzentrale zusammengefasst.

Was gehört alles zum Elektroschrott?

Bis auf wenige Ausnahmen fallen alle Geräte, die Strom brauchen – ob aus der Steckdose, dem Telefonkabel oder einer Batterie – unter die Regelung. Das sind etwa Staubsauger, Kühlschränke, bestimmte Leuchten, aber auch E-Bikes oder Nachtspeicheröfen.

Neuerdings sind auch alle Produkte Elektroschrott, bei denen sich elektrische Bauteile nicht ohne Beschädigung ausbauen lassen. Dazu gehören etwa Rucksäcke mit fest vernähter Beleuchtung oder Badezimmerschränke mit fest eingebautem beleuchteten Spiegel. Ist die Beleuchtung nur angeschraubt, muss nicht der komplette Schrank speziell entsorgt werden.

Was ist kein Elektroschrott?

Glühlampen und Halogenlampen ohne Schadstoffe können weiterhin in den Restmüll geworfen werden. Batterien und Akkus müssen im Handel oder bei kommunalen Sammelstellen gesondert zurückgegeben werden. Tonerkartuschen von Druckern können entweder bei freiwilligen Sammlungen von Händlern zurückgegeben werden oder gehören in den Restmüll. Autoradios, Warmwassergeräte und Klimageräte fallen ebenfalls nicht unter das Gesetz.

Wo wird Elektroschrott angenommen?

Neben den kommunalen Sammelstellen müssen auch größere Elektronikläden oder Online-Händler elektrische Oldies zurücknehmen. Ein Verzeichnis der Sammelstellen findet sich im Internet bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register.

Welche Gerätegrößen müssen Händler zurücknehmen?

Geräte, bei denen jede Seite kürzer als 25 Zentimeter ist, müssen immer zurückgenommen werden. Für größere Geräte gilt das Prinzip alt gegen neu: Wird ein Gerät gekauft, muss ein Gerät der gleichen Kategorie kostenfrei zurückgenommen werden. Beispiele sind Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner.

Das gilt auch, wenn das Gerät nach Hause geliefert wird. In diesem Fall müssen Verbraucher beim Kauf dem Händler mitteilen, ob ein Altgerät bei Auslieferung mitgegeben wird. Dieser Service muss beim stationären Handel immer kostenlos sein, beim Online-Handel können Kosten anfallen. Online-Händler können auch Sammelstellen benennen, dann müssen sie gar keine Geräte zurücknehmen.

Ist Elektroschrott Geld wert?

Einige Altgeräte wie etwa Handys, Monitore oder PC-Teile können Verbraucher auch verkaufen. Im Internet gibt es viele Händler. Allerdings lohnt sich das selten, da Schrotthändler hauptsächlich an Metallteilen Geld verdienen und entsprechend wenig zahlen. Womöglich transportieren sie die kaputten Geräte illegal ins Ausland und recyceln nicht. Die Verbraucherzentrale rät deshalb vom Verkauf ab.

Funktionsfähige Geräte gehören Umweltschützern zufolge nicht in den Müll. Stattdessen könnten die Besitzer sie Sozialkaufhäusern und Secondhand-Läden spenden oder selbst auf Flohmärkten oder bei Ebay verkaufen.

Bei defekten Geräten lohnt es sich laut Verbraucherzentrale auch, bei Spezialisten nachzufragen, ob sich nicht eine Reparatur lohnt. Bastler können ihre Geräte in Reparatur-Cafés auch selbst unter Anleitung wieder flottmachen. Oft ist nichts schlechter für die Umwelt, als wenn ein Gerät neu produziert werden muss.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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quelle: https://www.n-tv.de/ratgeber/Was-gehoert-jetzt-alles-zum-Elektroschrott-article20574222.html

By |2019-07-22T21:06:15+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Was gehört jetzt alles zum Elektroschrott

Elektroschrott: Diese Geräte und Gegenstände gehören ins Recycling

Elektroschrott: Diese Geräte und Gegenstände gehören ins Recycling

Stand: 

 

Wohin mit Elektroschrott? Händler müssen ausgediente Elektrogeräte seit 2016 zurücknehmen. Das gilt auch für Online-Shops. Wir erklären, was Sie wohin zurückgeben können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Elektroschrott können Sie bei Händlern abgeben. Das betrifft auch den Online-Handel.
  • Bei größeren Geräten klappt das im Tausch alt gegen neu.
  • Die Sammelstellen der Kommunen gibt es weiter als kostenlose Alternative.
  • Ab 1. Mai 2019 zählen noch mehr Gegenstände als bisher zum Elektroschrott.
Große alte Elektrogeräte in einem Container

Kaputter Fön, defekter Toaster, aussortierter Computer – vielfach gammeln ausgemusterte Geräte im Keller vor sich hin oder landen unnütz in der Mülltonne. Nur rund 45 Prozent der jährlich anfallenden fast zwei Millionen Tonnen werden ordnungsgemäß entsorgt. Laut Gesetz sollen es mindestens 65 Prozent sein.

Um eine sachgerechte Entsorgung der Haushalts- und Hightech-Utensilien und die Verwertung von darin verwendeten Rohstoffen stärker anzukurbeln, gibt es neben den kommunalen Sammelstellen weitere Anlaufstellen, wo Sie ausgediente Geräte loswerden können: Seit 24. Juli 2016 müssen auch größere Einzel- oder Online-Händler elektrische und elektronische Oldies zurücknehmen.

Durch die Rücknahmepflicht haben Sie mehr Möglichkeiten, Ihre Altgeräte abzugeben. So können verwertbare Teile daraus recycelt werden und der restliche Schrott wird richtig entsorgt.

Welcher Händler muss zurücknehmen?

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern müssen kostenfrei Altgeräte zurücknehmen. Verkauft der Laden neben Elektrogeräten auch weitere Waren, zählt nur die Fläche mit elektronischen Produkten. Bei Online-Händlern wie Otto oder Amazon zählt die Lagergrundfläche, auf der Elektrowaren stehen.

Für Verbraucher kann es mitunter im Geschäft schwierig sein, die Fläche zu schätzen. Bei Online-Händlern haben Sie kaum eine Chance, die Lagerfläche zu erfahren. Die Branchengrößen dürften aber alle in der Rücknahmepflicht sein. Vorsicht gilt bei Dritthändlern, die über Portale wie Amazon ihre Waren verkaufen: Die können durchaus kleiner sein und sind dann nicht in der Pflicht.

Eine freiwillige Rücknahme ist immer möglich: Das machen einige kleinere Händler und Hersteller auch schon länger. Dieser Service muss für Verbraucher kostenlos sein, lediglich Transportkosten können in Rechnung gestellt werden.

Kommunen sammeln weiterhin

Für die Sammlung von Elektro-Altgeräten müssen Kommunen nach wie vor Sammelstellen (meist Recyclinghöfe) vorhalten. Dort können Sie alle Altgeräte kostenlos abgeben. Für eine Abholung bei Ihnen zu Hause kann die Kommune allerdings Gebühren verlangen.

Welche Gerätegrößen müssen zurückgenommen werden?

Geräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimetern (also: jede Seite des Geräts darf nicht länger sein) müssen immer zurückgenommen werden – unabhängig davon, ob Sie es in dem bestimmten Laden gekauft haben oder dort nun ein neues Gerät kaufen. Die Geschäfte können dafür Sammeltonnen aufstellen.

Für größere Geräte gilt das Prinzip alt gegen neu: Wird ein Gerät gekauft, muss ein Gerät der gleichen Kategorie (z.B. Fernseher gegen Fernseher) kostenfrei zurückgenommen werden. Weitere Klassiker sind Kühlschränke, Waschmaschinen und Wäschetrockner. Das gilt auch, wenn das Gerät (z.B. Waschmaschine) nach Hause geliefert wird. In diesem Fall müssen Sie beim Abschluss des Kaufvertrages dem Händler mitteilen, ob ein Altgerät bei Auslieferung mitgegeben wird. Dieser Service muss beim stationären Handel immer kostenlos sein, beim Online-Handel können ggf. Kosten anfallen.

Wie soll das bei Online-Händlern klappen?

Auch für den Online-Handel gilt die Rücknahmepflicht, sofern die Lagerfläche für Elektrogeräte mehr als 400 Quadratmeter beträgt. Der Online-Händler muss Ihnen beim Kauf eines Gerätes mitteilen, wo ein entsprechendes Alt-Gerät in zumutbarer Entfernung zurückgegeben werden kann oder eine Möglichkeit der kostenlose Rücksendung anbieten.

Im Gegensatz zum stationären Handel kann der Online-Handel selbst entscheiden, welche Form der Rücknahme er anbietet. Der Anbieter kann entscheiden, ob er die kostenlose Versendung der Altware ermöglicht, die kostenlose Rücknahme bei Anlieferung oder nur die kostenlose Rückgabe an einer Sammelstelle. In diesem Fall müssen Sie die alten Geräte zu dieser – teilweise weit entfernten – Sammelstelle auf eigene Kosten bringen.

Wird eine Sammelstelle benannt, dann entfällt damit beim Online-Handel eine sehr wichtige verbraucherfreundliche Regelung: die generell kostenlose Mitnahme des alten Elektro-Großgeräts, wenn ein neues Gerät geliefert wird. Der stationäre Handel ist verpflichtet, diesen Service kostenlos anzubieten, wenn dies beim Kauf vereinbart wird. Online-Händler können sich jedoch durch das Angebot von Sammelsystemen in “zumutbarer Entfernung” davon befreien und sich den “Mitnahme-Service” bei Anlieferung des neuen Gerätes von Ihnen bezahlen lassen. Das ist derzeit leider rechtens. Sie sollten sich deshalb unbedingt beim Online-Kauf nach den Rückgabekonditionen erkundigen und Anbieter vergleichen.

Was genau fällt unter “Elektroschrott”?

Mehrere Elektrogeräte wie Kühlschrank, PC, Monitor, Lampen, Leuchtmittel, Staubsauger, Bohrmaschine
Solche Geräte gelten nach ihrer Nutzung als Elektroschrott.

Bis auf wenige Ausnahmen fallen alle Geräte, die Strom – ob aus der Steckdose, dem Telefonkabel oder einer Batterie – für ihre Funktion benötigen, unter das “Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)”. Neu dabei sind zum Beispiel Pedelecs bis maximal 25 km/h, Photovoltaikmodule, Nachtspeicheröfen und Leuchten.

Vorsicht bei Nachtspeicheröfen: Enthalten alte Heizkörper Asbest, müssen die Öfen fachmännisch abgebaut und verpackt werden. Die öffentlichen Sammelstellen nehmen die Heizungen mit den giftigen Fasern kostenlos entgegen. Nach vorheriger Anmeldung holen Mitarbeiter die alten Öfen auch ab.

Seit dem 15. August 2018 gehören auch Produkte zum Elektroschrott, wenn sie fest verbaute elektrische oder elektronische Bestandteile enthalten. Dazu zählen Schuhe mit beleuchteter Sohle, Rucksäcke mit fest vernähter Be­leuchtung, Badezimmerschränke mit fest eingebautem beleuchteten Spiegel, ein elektrisch verstellbarer Fernseh­sessel oder ein Tresor mit elektrischem Schloss.

Fest verbunden? Kompletter Artikel ist Elektroschrott

Wenn bei all diesen Gegenständen der elektr(on)ische Bestandteil fest mit dem Produkt verbunden ist oder nur unter sehr großer Anstrengung und nicht ohne Beschädigungen ausgetauscht werden kann, dann ist das gesamte Produkt Elektroschrott. Es spielt keine Rolle, ob Sie diese Produkte noch nutzen, wenn die Elektronik kaputt ist, was ja z.B. bei den Sportschuhen möglich ist. Am Lebensende gehören sie dann in die Elektro-Altgeräte-Sammlung.

Nicht fest verbunden? Nur elektr(on)ische Teile sind Elektroschrott

Es gibt Möbelstücke und andere Produkte, bei denen die Elek­trik/Elektronik nicht fest eingebaut ist. Diese Teile können einfach ab­montiert und defekte Teile ausgetauscht bzw. nachgerüstet werden. Dazu gehört z.B. der Badezimmer- oder Wohnzimmerschrank, bei dem die Beleuchtung nur angeschraubt wurde. Oder der Na­ben-Dynamo am Fahrrad bzw. die nachrüstbare elektrische Gangschal­tung fürs Rad. Hier fallen nur die elektrischen Bestandteile unter das Gesetz und müssen bei den Elektro-Altgeräte-Sammelstellen bzw. im Handel zurückgegeben werden.

Neu ab 1. Mai 2019: Antennen, Kabel, Stecker

So genannte passive Geräte gelten ab dem 1. Mai ebenfalls als Elektro- oder Elektronikgeräten. Diese Geräte leiten den Strom lediglich durch, haben selbst keine Funktion. Dazu zählen insbesondere:

Stecker und Steckerleisten, Adapter (z.B. Displayport zu HDMI, DVI-HDMI, USB auf Micro-USB), Audiokabel, Displayportkabel, HDMI- und USB-Kabel, Kabeltrommeln, Verlängerungskabel, Außenantennen, Dachantennen, Zimmerantennen, Steckdosen, Telefondosen und Telefonbuchsen.

Stromsteckerleiste, USB-Kabel und HDMI-Kabel
Stromsteckerleiste, USB-Kabel und HDMI-Kabel sind so genannte passive Geräte. Ab dem 1. Mai 2019 sollen auch sie als Elektroschrott entsorgt werden. Das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne weist auf den Gegenständen darauf hin.

Was ist kein Elektroschrott?

  • Nicht-schadstoffhaltige Lampen – also Glühlampen und Halogenlampen – können weiterhin über den Restmüll entsorgt werden.
  • Mechanisches Spielzeug wie aufziehbare Figuren gehören auch in die Restmülltonne.
  • Batterien und Akkus, die ohne das Gerät, in dem sie stecken, weggeworfen werden sollen, müssen nach wie vor zurück zum Handel gebracht oder können freiwillig von kommunalen Sammelstellen zurückgenommen werden.
  • Autoradios gelten als fest in das Auto eingebaute Geräte und fallen deshalb nicht unter das entsprechende Gesetz. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde oder dem örtlichen Entsorger nach, wie entsorgt werden soll.
  • Warmwassergeräte und Klimageräte werden als “feste Installationen” gewertet und fallen ebenfalls nicht unter das Gesetz.
  • Bauteile, die erst noch in ein Gerät eingebaut werden müssen. Dazu zählen etwa Kabel als Meterware, Kabelzubehör wie Lüster- oder Dosenklemmen, Lampenfassungen, aber auch Schalter, Taster, Steckdosen und Stecker zum Einbau in ein Gerät.

Sonderfall Tonerkartuschen und Druckerpatronen

Bei Tonerkartuschen und Druckerpatronen muss man genau hinsehen. Es gibt sowohl Modelle, in denen elektronische Bauteile enthalten sind, als auch welche, die nur mechanische Teile beinhalten, etwa reine Tonerbehälter. Mit elektrischen Bauteilen gehören sie in den Elektroschrott – nur mit mechanischen Bauteilen gehören sie in den Restmüll. Beide Modelle können aber auch in die (freiwilligen) Sammlungen der Händler gegeben werden. Wenn Sie nicht sicher sind, was für Ihren Toner bzw. Ihre Druckerpatrone zutrifft, fragen Sie beim Hersteller nach.

Lässt sich auch mit kaputten Geräten Geld verdienen?

Ja, Sie können defekte Elektrogeräte auch verkaufen. Allerdings ist dann eine sachgerechte Entsorgung nicht sichergestellt. Schrotthändler verdienen hauptsächlich an Metallteilen Geld. Womöglich werden die kaputten Geräte illegal ins Ausland transportiert und nicht recycelt. Wir raten deshalb nicht zu einem Verkauf.

Warum ist ein Recycling der alten Geräte sinnvoll?

Nicht einmal die Hälfte der Elektrogeräte in Deutschland wird recycelt. Das bedeutet, dass große Mengen wertvoller und knapper werdender Metalle unwiederbringlich verloren gehen, aber auch Schadstoffe nicht sicher entsorgt werden.

In den Geräten stecken beispielsweise Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Kadmium, aber auch Flammschutzmittel und FCKW. Für alle gilt: Sie können Gesundheit und Umwelt gefährden. Umgekehrt lassen sich aus Geräten auch wertvolle Stoffe gewinnen wie etwa Gold, Platin, Kupfer und sortenreine Kunststoffe. Je nach Gerätetyp müssen laut Gesetz zwischen 75 bis 85 Prozent der gesammelten Altgeräte verwertet werden.

Altgeräte, die nicht sachgerecht entsorgt werden, können die menschliche Gesundheit und Umwelt gefährden. Das gilt ganz besonders, wenn Altgeräte als Gebrauchtwaren oder illegal nach Asien oder Afrika exportiert werden. Dort gefährden täglich Menschen, auch Kinder, ihre Gesundheit, um mit primitiven Mitteln die Rohstoffe (z.B. Kupfer aus PVC-Kabeln) aus dem Elektroschrott wieder nutzbar zu machen. Zudem verseuchen die vielen Schadstoffe Böden und Luft.

Was kann ich tun, wenn sich der Händler weigert, etwas anzunehmen?

Kontaktieren Sie die zuständige Ordnungsbehörde (das Ordnungsamt) Ihrer Gemeinde. Das ist übrigens bei Problemen bei der Rückgabe von Pfandflaschen auch schon möglich. Oder wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale.

Um Käufer an ihre Rückgabepflicht zu erinnern, müssen Elektro(nik)-Geräte mit dem Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet sein. Doch das Verbot, Elektro-Oldies bedenkenlos wegzuwerfen, gilt ebenfalls für alle älteren, undeklarierten Geräte.

Nichts geht über länger nutzen

  • Elektrogeräte werden oft ausrangiert, bevor sie nicht mehr funktionieren. Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik, bei IT- oder Telekommunikationsprodukten werden ständig neue Produkte auf den Markt gebracht. Ein Computer wird im Durchschnitt nur drei Jahre benutzt. Alles, was nicht kaputt ist, gehört nicht zum Elektroschrott!
  • Sozialkaufhäuser oder Secondhand-Läden sind eine Möglichkeit, alten Geräten zu einer zweiten Chance zu verhelfen.
  • Auch leicht defekte Geräte lassen sich oft mit wenigen Handgriffen wieder flott kriegen. Die Nachfrage beim Spezialisten lohnt sich in jedem Fall. Sie können auch ein Repair-Café besuchen, das es mittlerweile in vielen Orten gibt.

 

quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/abfall/elektroschrott-diese-geraete-und-gegenstaende-gehoeren-ins-recycling-12861

By |2019-07-22T21:13:05+00:00September 9th, 2015|Categories: News|Comments Off on Elektroschrott: Diese Geräte und Gegenstände gehören ins Recycling