Elektrorad, Pedelec

ein weißes Elektrorad steht vor einem Rapsfeld
Pedelecfahren hält fit, spart Geld und schont die Umwelt.
Quelle: autofocus67 / Fotolia.com

Unsere Tipps

  • Neue Fahrräder kaufen Sie am besten im Fachhandel. Guter Service sichert die Langlebigkeit des Rades.
  • Lesen Sie unsere Tipps zur Handhabung des Akkus und verlängern Sie so seine Lebensdauer.
  • Warten Sie Ihr Fahrrad regelmäßig.
  • Entsorgen Sie Altakkus über Ihren Fahrradhändler sowie ausgediente E-Räder sachgerecht bei der kommunalen Sammelstelle für Elektrogeräte oder beim Neukauf über den Fahrradhändler.

Gewusst wie

E-Räder sind eine wichtige umwelt- und sozialverträgliche Alternative zum Auto bei Entfernungen bis etwa 20 Kilometer. Besonders zwischen 5 und 10 Kilometer Wegelänge können sie bisher mit dem Auto zurückgelegte Wege übernehmen. Dies gilt besonders dann, wenn Steigungen zu überwinden oder zusätzlich Kinder oder Gepäck zu transportieren sind. Im Vergleich zum Auto sind E-Räder günstiger und zugleich ökologischer, gesünder, häufig schneller und definitiv platzsparender. Gegenüber einem normalen Fahrrad sind E-Räder allerdings teurer in der Anschaffung und im Betrieb, schwerer und wartungsintensiver. Vor einem Kauf lohnt es sich deshalb zu überlegen, für welche Zwecke man das Fahrrad einsetzen möchte.

Das passende Elektrorad (E-Rad) finden: Bei den E-Rädern lassen sich grob zwei Typen unterscheiden: Beim Pedelec dient der Elektromotor nur als Unterstützung der Muskelkraft, während er beim E-Bike als eigenständiger Antrieb ohne Muskelkraft funktioniert. Das ermöglicht nicht nur unterschiedliche Einsatzgebiete, sondern führt auch zu unterschiedlichen rechtlichen Bewertungen:

  • Pedelecs (Pedal Electric Cycle) sind Elektrofahrräder. Sie werden mit Muskelkraft angetrieben und bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h durch einen elektrischen Motor mit maximal 250 Watt Leistung unterstützt. Manche Pedelecs haben eine Anfahrhilfe bis 6 km/h, die das Rad auch ohne Tretunterstützung beschleunigt. Die Handhabung der Pedelecs unterscheidet sich kaum von einem normalen Fahrrad. Sie gelten rechtlich als Fahrrad. Für Pedelecs mit Anfahrhilfe benötigen nach dem 1. April 1965 Geborene allerdings eine Mofa-Prüfbescheinigung.
  • E-Bikes sind Fahrräder mit Elektromotor, welche auch ohne Tretbewegungen, also rein elektrisch fahren können. Für ein solches Rad benötigen Sie eine Betriebserlaubnis und eine Versicherung. Es gilt Helmpflicht und die Nutzung von Radwegen ist nicht erlaubt.
  • S-Pedelecs (schnelle Pedelecs) haben bis zu 500 Watt Leistung und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Sie sind eine Mischform: Obwohl der Motor nur mit Tretunterstützung funktioniert, sind Betriebserlaubnis und Versicherung Pflicht. Außerdem ist ein Führerschein der Klasse M nötig.

Kaufempfehlungen:

Aus Umweltsicht sollten Sie vor allem zwei Aspekte im Blick haben (siehe auch Vergabekriterien des Blauen Engel für Elektrofahrräder):

  • Lange Akku-Lebensdauer und Verfügbarkeit von Ersatzakkus
  • langlebige, reparaturfreundliche und recyclinggerechte Konstruktion.

Darüber hinaus empfehlen wir:

  • Passenden Antrieb: Wählen Sie nach Möglichkeit einen dynamischen Antrieb mit Steuerung des Motors über die Pedale mit Hilfe eines Drehmoment- oder Kraftsensors.
  • Testfahrt: Fragen Sie Ihren Fachhändler nach Möglichkeiten, ein E-Rad zu testen. Auch Fahrradmessen sind eine gute Gelegenheit für Testfahrten.
  • Sicherheit: Achten Sie auf mechanische und elektrische Sicherheit.
  • Zusätzliche Garantien: Achten Sie auf die Garantie des Herstellers. Gesetzlich vorgeschrieben sind zwei Jahre Gewährleistung. Es gibt aber Hersteller, die darüber hinausgehende Garantiezeiten gewähren.

Lebenszeit des Akkus verlängern: Schon durch einfache Maßnahmen während der Nutzungsphase kann die Lebensdauer eines Akkus teilweise verdoppelt werden. Optimal ist ein Temperaturbereich von 10 bis 25 °C. Beim Laden sollten Tiefentladung und dauerhafte Vollladung vermieden werden. Schützen Sie den Akku vor starker Sonnenbestrahlung und Frost. Während einer längeren Lagerung sollte der Akku bei Zimmertemperatur gelagert werden und einen Ladezustand von 30-40 % aufweisen. Nach spätestens sechs Monaten sollte der Akku wieder geladen werden.

Richtig entsorgen: Elektrofahrräder, die keiner Typengenehmigung bedürfen (z. B. Pedelec 25), werden als Elektrogeräte eingeordnet und dürfen am Ende der Lebensdauer – genau wie die eingebauten Akkus – nicht im Hausabfall entsorgt werden. Zur Erfüllung dieser gesetzlichen Pflicht können Verbraucherinnen und Verbraucher ausrangierte Elektrofahrräder sowie Pedelecs ohne Typengenehmigung, genau wie alle anderen Elektro-Altgeräte aus dem Haushalt, kostenfrei bei den kommunalen Sammelstellen abgeben. Auch (Fahrrad-)Händler können zur unentgeltlichen Rücknahme des ausrangierten Elektrofahrrads verpflichtet sein, insofern deren Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte (bspw. Pedelecs) mindestens 400 Quadratmeter beträgt und Sie dort ein vergleichbares neues Produkt kaufen. Informieren Sie sich im Internet gegebenenfalls über die nächstgelegenen Abgabestellen. Der Akku Ihres Elektrofahrrads oder Pedelecs sollte dabei – soweit möglich – vorher entnommen und separat erfasst werden. Ausgediente Akkus von Elektrofahrrädern und Pedelecs (Industriebatterien) werden kostenfrei von den Vertreibern von Industriebatterien zurückgenommen. Möglicherweise ist das Ihr Händler von Elektrofahrrädern, sofern er Ersatz-Akkus für die Elektrofahrräder vertreibt. Auch ausgewählte kommunale Sammelstellen (Qualifizierte Sammelstellen) nehmen Industriebatterien kostenfrei zurück. Informieren Sie sich eventuell im Vorfeld der Rückgabe, ob Ihr Wertstoffhof diese Art der Batterien kostenfrei entgegennimmt. Funktionstüchtige Geräte können Sie über Gebrauchtwarenbörsen oder -häuser einer weiteren Nutzung zuführen und so helfen das Abfallaufkommen zu verringern.

Was Sie noch tun können:

  • Nutzen Sie Ökostrom zum Beladen des Akkus.
  • Warten Sie Ihr Fahrrad regelmäßig oder schließen Sie mit einem Fahrradhändler einen Wartungsvertrag ab.
  • Beachten Sie auch unsere Tipps zum Fahrrad (fahren).
  • Achten Sie auf ausreichenden Reifendruck. Durch den geringeren Rollwiderstand verbrauchen Sie weniger Strom.

Hintergrund

Umweltsituation: Die Vorteile von E-Rädern als Alternative zum Pkw liegen auf der Hand: E-Räder sind leise und verursachen deutlich weniger CO2-Emissionen, Feinstaub (PM10) und Stickstoffoxide (NOX) als Pkw. Mit einem zunehmenden Anteil von erneuerbarer Energie im deutschen Stromnetz werden diese niedrigen Emissionen weiter sinken. E-Räder erweitern die Einsatzmöglichkeiten des Fahrrades. Sie erleichtern den Lastentransport und helfen, Höhen und Entfernungen einfacher zu überwinden. Die Reichweite des Fahrrades wird von durchschnittlich 5 km auf 10 bis 20 km erweitert. Dreiviertel aller zurückgelegten Wege liegen im Entfernungsbereich von bis zu 10 km. Für eine Strecke von 10 km benötigt ein E-Rad nur etwa so viel Energie, wie man verbrauchen würde, um 0,7 Liter Wasser bei Raumtemperatur zum Kochen zu bringen. Die bei Herstellung und Entsorgung der bei E-Rädern am häufigsten verwendeten Lithium-Ionen-Akkus anfallenden Treibhausgasemissionen sind vergleichsweise gering. Bereits nach durchschnittlich 165 Kilometern, die man mit dem E-Rad statt mit dem Auto fährt, sind die CO2-Emissionen des Akkus ausgeglichen. Diese Umweltvorteile können E-Räder aber nur entfalten, wenn sie Pkw-Fahrten ersetzen. Hierzu bedarf es öffentlicher und politischer Unterstützung: Länder und Kommunen sollten ihre Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur so verbessern und erweitern, dass sich die Sicherheit und Attraktivität erhöht. Gut befahrbare, also zum Beispiel ebene Radwege, sind besonders für E-Bikes mit ihren teils höheren Geschwindigkeiten wichtig. Auch Wohnungsvermieter, Ladenbetreiber und Arbeitgeber können durch ebenerdige und gut gesicherte Abstellanlagen einen Beitrag dazu leisten, dass mehr Bürgerinnen und Bürger das E-Rad dem Auto vorziehen.

Gesetzliche Aspekte: Grundlage für die gesetzlichen Regelungen für Elektroräder ist die EU-Richtline 168/2013/EG.

  • Pedelecs gelten rechtlich als Fahrrad, wenn der Motor mit maximal 250 Watt und bis zu 25 km/h nur die Pedalbewegung unterstützt. Die Modelle mit Anfahrhilfe bis 6 km/h erfordern für nach dem 1. April 1965 Geborene eine Mofa-Prüfbescheinigung.
  • S-Pedelecs dürfen auf Fahrradwegen nur gefahren werden, wenn diese auch für Mofas freigegeben sind.
  • E-Bikes mit unabhängigem Antrieb bis 45 km/h gelten rechtlich als Kleinkraftrad. E-Bikes mit auf 500 Watt Leistung begrenztem Motor und einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h gelten rechtlich als Leichtmofa.

Marktbeobachtung: Während 2009 in Deutschland laut Zweirad-Industrie-Verband e.V. 150.000 Elektroräder verkauft wurden, waren es 2018 bereits 980.000 Räder. Elektrofahrräder machten 2018 einen Marktanteil von 23,5% am Gesamtfahrradmarkt aus. Sie werden zunehmend auch von jüngeren Menschen gefahren. Etwa 99,5 % der verkauften Elektroräder sind Pedelecs. Es gibt eine steigende Anzahl von Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum.

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Schlagworte:

 Elektrorad  Pedelec  Fahrradverkehr  Nationaler Radverkehrsplan