Elektro- und Elektronikaltgeräte

Bürgerinnen und Bürger können Elektroaltgeräte kostenfrei an kommunalen Sammelstellen und in großen Handelsgeschäften sowie bei großen Onlinehändlern abgeben. Hersteller übernehmen die Entsorgung. Deutschland hielt die bis Ende 2015 geltenden Sammelziele der EU ein. Die seit 2016 geltende Mindestsammelquote von 45 Prozent wurde 2017 erreicht. Ab dem Jahr 2019 gilt eine Sammelquote von 65 Prozent.

Sammlung und Verwertung von Elektro- und Elektronikaltgeräten: Drei Kennzahlen zählen

Das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz – ElektroG), das im Oktober 2015 in Kraft trat, setzt die Richtlinie 2012/19/EU über Elektro- und Elektronikaltgeräte der Europäischen Union (WEEE-Richtlinie) in nationales Recht um.

Das Gesetzt gibt drei Ziele zur Sammlung und Verwertung von Elektro- und Elektronikaltgeräten vor:

  • In den Jahren von 2016 bis 2018 mussten mindestens 45 % des gemittelten Gesamtgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte gesammelt werden (Mindestsammelquote). In dieser Quote sind nicht nur Altgeräte aus privaten Haushalten (business to customer; b2c-Geräte), sondern auch von gewerblichen Quellen (business to business; b2b-Geräte) wie Firmen und Behörden (so genannte „andere Quellen als private Haushalte“), enthalten. Ab 2019 gilt eine Mindestsammelquote von 65 %.
  • Von der jährlich gesammelten Altgeräte-Masse  sind je nach Gerätekategorie 75 bis 85 % zu verwerten (Verwertungsquoten). Die Verwertung umfasst dabei die Vorbereitung zur Wiederverwendung, das Recycling und die (insbesondere energetische) Verwertung.
  • Von der jährlich gesammelten Altgeräte-Masse sind je nach Gerätekategorie 55 bis 80 % zur Wiederverwendung vorzubereiten oder zu recyceln (Quoten für Vorbereitung zur Wiederverwendung + Recycling).

Die Bezugsmenge für die Verwertungs- und Recyclingquoten ist laut Art. 11 Abs. 2 der WEEE-RL (Gültigkeit 15.08.2015) die gesamte Sammelmenge je Gerätekategorie, während in den Jahren davor die damals so genannte Wiederverwendung ganzer Geräte nicht in die Bezugsmenge einbezogen wurde.

Wo steht Deutschland?

Die seit Januar 2016 gültige Anforderung der Erreichung einer Mindestsammelquote von 45 % der Masse an Elektroaltgeräten insgesamt, die in den drei Vorjahren im Durchschnitt in Verkehr  gebracht wurden, wurde 2017 mit 45,08 % knapp erreicht (siehe Abb. „In Verkehr gebrachte Mengen, Sammelmengen und -quoten bei Elektroaltgeräten“ und Tab. „Mengen- und Kennzahlenentwicklung bei Elektroaltgeräten“).

Die Betrachtung der Zeitreihe ab dem Jahr 2006 zeigt, dass die Sammlung von Elektroaltgeräten zum sicheren Erreichen der Sammelquote von 45 % weiter verbessert und für die ab dem Jahr 2019 geltende Sammelquote von 65 % noch deutlich gesteigert werden muss. Hierfür ist insbesondere abzuwarten, welche Effekte die seit dem 24. Juli 2016 verpflichtend eingeführte Rücknahme des Handels bringt (Vertreiberrücknahme, vgl. § 17 ElektroG). Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der UBA-Themenseite „Elektro- und Elektronikgerätegesetz“.

In den Jahren 2006 bis 2017 haben die öffentlich rechtlichen Entsorgungsträger (zum Beispiel kommunale Sammelstellen/ Wertstoffhöfe, Schadstoffmobile), Hersteller und Händler jährlich im Schnitt ungefähr 8 kg Elektroaltgeräte pro Kopf aus privaten Haushalten zurückgenommen. Im Jahr 2017 konnte die Sammelleistung gegenüber 2016 deutlich von 8,62 kg auf 9,12 kg pro Kopf gesteigert werden (+0,5 kg pro Kopf).

Bezüglich der Ziele zur Vorbereitung zur Wiederverwendung und dem Recycling sowie zur Verwertung insgesamt, werden die Vorgaben in allen zehn Gerätekategorien im Berichtsjahr 2017 eingehalten (siehe Tabellen „Elektro- und Elektronikaltgeräte in Deutschland 2017“ und BMU-Website „Daten zu Elektro- und Elektronikgeräten in Deutschland“).

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Berichterstattung zur Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten – die WEEE-Richtlinie

Die WEEE-Richtlinie schreibt vor, dass Mitgliedstaaten Daten zu den Sammelmengen und den Verwertungsergebnissen erheben. Diese Daten werden in Deutschland von der stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) und dem Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Statistischen Landesämtern erhoben und dem Umweltbundesamt übermittelt.

Daten zu Elektroaltgeräten müssen regelmäßig in einem vorgeschriebenen Format an die EU-Kommission gemeldet werden. Grundlage hierfür sind zwei Tabellen: Die erste dient der Darstellung der in Verkehr gebrachten Mengen an Elektro- und Elektronikgeräten und der gesammelten Mengen an Elektroaltgeräten sowie der Anteile an im Inland behandelten und zur Behandlung exportierten Altgeräte (KOM-Tabelle 1). Die zweite stellt detailliert die Verwertung sowie die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling dar (KOM-Tabelle 2). Das Umweltbundesamt bereitet die Daten der stiftung ear und Destatis auf und übermittelt das Ergebnis an das Bundesumweltministerium (BMU). In Abstimmung mit dem BMU werden die Daten dann an die EU-Kommission weitergeleitet. Aktuell liegen die Daten für die Jahre 2006 bis 2017 vor.