Illegaler Müll kostet NRW-Kommunen Millionen

Stand: 04.10.2018 06:30 Uhr

Altkleider, Möbel oder Schrott – in NRW landet viel Müll illegal auf der Straße. Die Kosten dafür gehen in die Millionen. Manche Städte setzen jetzt Kontrolleure ein.

Zur Diskussion über illegalen Müll

Rund 16.000 Tonnen Müll sammeln sich jährlich an den Straßenrändern in NRW an. Säckeweise Sperrmüll oder Elektroschrott finden sich regelmäßig auch vor Glas-und Papiercontainern – obwohl eine Entsorgung im Recyclinghof oder an städtischen Sammelstellen legal und kostenlos wäre. Laut einer WDR-Umfrage in zehn großen NRW-Städten entstehen dort Zusatzkosten durch illegalen Müll von etwa 12 Millionen Euro. Hochgerechnet auf das Land NRW bedeutet das eine geschätzte Summe von über 40 Millionen Euro.

Da wo Müll liegt, kommt noch mehr Müll hin”, erklärt Cordula Beckmann von den Abfallwirtschaftsbetrieben in Köln. Tonnenweise illegalen Müll sammeln die Mitarbeiter täglich in Köln, sieben Millionen Euro kostet das die Kölner pro Jahr – und da ist der Unrat rund um die Containerstandorte noch gar nicht mit eingerechnet.

Wer Müll hinterlässt, wird kaum erwischt

Auch in Essen ist der illegale Müll an Altpapier- und Glascontainern ein Dauerproblem. “Tapetenreste, Kleidung, Behälter mit unbekannten Flüssigkeiten”, zahlt Bettina Hellenkamp auf, Sprecherin der Essener Entsorgungsbetriebe. Erwischt werde in der Regel kaum jemand. Doch das könnte sich bald ändern.

  • Kampf gegen wilde Müllkippen

Städtische Mitarbeiter haben im Sommer 2018 vier Wochen lang testweise Container-Standorte überwacht. Elf Müllsünder wurden auf frischer Tat ertappt und mussten ein Bußgeld zahlen. Doch zeigten die Leute nach Angaben der Stadt kaum Unrechtsbewusstsein. Jetzt soll die Überwachung weitergehen. Zehn Sicherheitsmitarbeiter sowie fünf Fahrzeuge stehen zur Verfügung, damit ein Standort jeweils zu zweit überwacht werden kann.

Müllpaten in Siegen

Auch Siegen kämpft mit dem Problem. Allein in der 100.000-Einwohner-Stadt fallen jährlich 250 Tonnen illegaler Abfall an. Hier sind seit einiger Zeit ehrenamtliche “Paten” unterwegs, um die Stadt schnell über Müllhaufen zu informieren.

Müllwächter in Hagen

In Hagen will man den Müll-Verursachern ebenfalls besser auf die Spur kommen. Dabei sollen die “Waste-Watchers” künftig auch an Haustüren schellen und Anwohner nach potenziellen Müllsündern befragen dürfen. Werden Müllsünder erwischt, können die Kontrolleure an Ort und Stelle Verwarn- und Bußgeld kassieren.

  • Hagen fahndet nach Müll-Sündern

Der Rat der Stadt hat am Donnerstag (27.09.2018) grünes Licht für die Müllwächter geben. 16 “Waste-Watchers” sollen ab April 2019 auf Streife gehen. Mit den zusätzlichen Mitarbeitern wird auch die Müllgebühr für die Hagener Bürger etwas steigen. Für eine 60-Liter Tonne müssen die Hagener dann beispielsweise zehn Euro mehr im Jahr bezahlen, rechnet Detlef Liedke von den Hagener Entsorgungsbetrieben vor.

  • Eher Müllkippe als Wertstoffdepot
  • “Plogger” nehmen Müllproblem in <abbr title=”Nordrhein-Westfalen”>NRW</abbr>-Städten sportlich

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Quelle: wdr.de