ELEKTRO-SCHROTT-RECYCLING

Neues Gesetz regelt die Elektroschrott-Rückgabe

Eine kleine Auswahl an Elektro-Geräten, die künftig speziell entsorgt werden müssen. Das Spektrum reicht vom Wasserkocher über den ausgedienten Wlan-Router. Das neue Gesetz tritt am 15. August in Kraft.

Eine kleine Auswahl an Elektro-Geräten, die künftig speziell entsorgt werden müssen. Das Spektrum reicht vom Wasserkocher über den ausgedienten Wlan-Router. Das neue Gesetz tritt am 15. August in Kraft.

Foto: Michael Kleinrensing

GELSENKIRCHEN.   Elektroschrott können Bürger bei Händlern abgeben. Das betrifft auch den Online-Handel. Sammelstellen der Stadt als kostenlose Alternative.

Die Idee war gut, der Effekt höchst unwillkommen. Als Gelsendienste damit begann, ausgediente Elektrogeräte gesondert über die blaue Tonne einzusammeln, freuten sich meist nur die Schrottsammler diebisch. Vielfach nahmen sie nämlich neben dem Elektro-Schrott „gleich noch die Tonne mit“.

Außerdem war der Transport „empfindlicher Lithium-Batterien“ sprichwörtlich brandgefährlich. Mit dem neuen Elektro-Geräte-Gesetz soll der Materialkreislauf neuen Schwung bekommen – denn die Altgeräte erhalten wertvolle Rohstoffe. Das Gesetz tritt am 15. August in Kraft.

Rücknahme ist kostenlos

„Ausgediente oder defekte Gegenstände mit fest eingebauten elektrischen oder elektronischen Teilen müssen künftig bei Wertstoffhöfen oder bei Elektrohändlern abgegeben werden. Die Rücknahme ist kostenlos“, erklärt Heike Higgen von der hiesigen Verbraucherzentrale. Die Freiwilligkeit der Rücknahme des Händlers – auch das Online-Gewerbe – vorausgesetzt.

Sind die Elektro-Bauteile mit dem Gegenstand fest verbunden und nicht austauschbar, gehört der komplette ausrangierte Artikel in die Altgeräte-Sammlung – etwa der Badezimmerschrank mit Leuchtspiegel. Möbelstücke oder Produkte, bei denen Elektrik / Elektronik nicht fest installiert sind, so dass diese Teile kurzerhand abmontiert, defekte Teile ausgetauscht oder nachgerüstet werden können, zählen hingegen nicht als Elektroschrott. Bei ausbaubaren Einzelteilen müssen nur die elektrischen Komponenten bei den Sammelstellen oder im Handel zurückgegeben werden (z. B. ein Naben-Dynamo).

Symbol zeigt durchgestrichene Mülltonne

„Verbraucher erkennen die Artikel, die nicht mehr in den Hausmüll wandern dürfen, sondern speziell entsorgt werden müssen, an dem Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne auf dem Produkte oder der Verpackung“, erklärt Higgen. Die Neuregelung gilt jedoch nicht nur für nach dem 15. August angeschaffte Produkte, die dieses Kennzeichen tragen müssen, sondern auch für ältere.

Zwei Drittel der in Verkehr gebrachten Elektrogeräte sollen ab 2019 Jahr eingesammelt und verwertet werden. Derzeit werden aber erst 42,5 Prozent an Elektroschrott in Kommunen und im Handel gesammelt. Höchstens die Abholung ist kostenpflichtig. Auch wichtig: Um illegale Exporte ins Ausland zu unterbinden, ist die Abgabe von Altgeräten an selbst ernannte Sammler oder an der Haustür ebenso nicht erlaubt.

>> Recyclingquote soll bis 2019 anwachsen

Die Verbraucherzentrale hat ihren Sitz an der Luitpoldstraße 17, erreichbar unter der Rufnummer 0209 157 60 301 oder per Mail an: gelsenkirchen@verbraucherzentrale.nrw.

Jährlich fallen bundesweit zwei Millionen Tonnen Elektroschrott an. Richtig entsorgt werden sollen laut Gesetz mindestens 65 Prozent bis 2019.