Pizzakarton, Glühbirne Diese Dinge werfen fast alle in die falsche Tonne

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Seit Jahren wird Abfall gesammelt, getrennt und wiederverwertet. Nicht immer wissen wir genau, in welche Tonne der Abfall eigentlich gehört.

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Köln –

Hand aufs Herz: Manchmal wandert Abfall einfach auf Verdacht in die eine oder andere Tonne und nicht, weil wir uns wirklich sicher sind, dass er dort hingehört, oder? Auch wenn wir Deutschen als absolute Müll-Trenn-Profis gelten, passieren uns hin und wieder Fehler.

So auch beispielsweise im Fall von Batterien. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland über die Hälfte der alten Batterien falsch entsorgt.

„Mehr als jede zweite Altbatterie – ob lose oder fest verbaut – in Smartphones, Spielzeug und anderen Elektrogeräten wird illegal, zum Beispiel über den Restmüll, entsorgt. Damit steht Deutschland schlechter da als jedes unserer Nachbarländer. Da viele dieser Batterien Schadstoffe und Schwermetalle enthalten, führt dies zu ernsthaften Gefahren für unsere Gesundheit und die Umwelt“, kritisiert der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch. Die DUH fordert daher jetzt sogar ein Pfandsystem für Gerätebatterien.

Zwölf besonders häufig gemachte Fehler erklären wir hier.

Fehler beim Restmüll

Batterien in den Restmüll

Das ist verkehrt – so wie jede andere Entsorgung im heimischen Umfeld. Durch das 2009 eingeführte Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Batterien und Akkumulatoren (Batteriegesetz – BattG) ist geregelt, dass Hersteller ihre Alt-Batterien kostenfrei zurücknehmen müssen.

Damit man dies nicht für jede einzelne Batterie selbst tun muss, sind laut „Focus“ deutschlandweit mehr als 170.000 Sammelstellen eingerichtet worden, zum Beispiel in Supermärkten, Elektro-Fachgeschäften oder Tankstellen. Verbraucher sollten ihre alten Batterien daher am besten an einem geeigneten Platz sammeln und bei Gelegenheit zu einer Rückgabestelle bringen.

Öl in die Toilette

Der Abfluss und die Toilette sind keine geeigneten Orte für die Entsorgung von altem Speiseöl oder Frittierfett. Sie können sich dort ablagern und zu Verstopfungen – im schlimmsten Fall sogar zu Schäden an den Abwasserleitungen – führen. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, geringe Mengen in eine verschließbare PET-Flasche zu füllen und anschließend im Restmüll zu entsorgen.

Alternativ dazu kann man die Öl-Reste auch in Katzenstreu schütten und die vollgesogenen Klumpen ebenfalls im Restmüll entsorgen. Größere Mengen Öl müssen am Entsorgungshof abgegeben werden.

Fehler beim Altpapier

Backpapier ins Altpapier

Das ist falsch! Auch wenn es Papier heißt, Backpapier ist entsprechend beschichtet. Darum gehört es in den Restmüll. Denn die spezielle Beschichtung – meist Teflon – verhindert, dass sich das Backpapier im Wasser auflöst. Somit kann Backpapier nicht recycelt werden.

Pizzakarton in den Papiermüll

Wer Pizza bestellt, entsorgt den Karton in der Regel einfach im Papiermüll. Denn schließlich ist der Karton aus Papier, richtig? Nun ja, das stimmt, aber es gibt ein großes Problem. Oftmals ist der Pizzakarton mit Essensresten behaftet und sobald sich zum Beispiel Käsereste oder Fettflecken auf dem Karton befinden, kann der ganze Karton nicht recycelt werden. Verschmutzte Pizzakartons gehören also in den Restmüll, saubere dürfen natürlich ins Altpapier.

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So soll Müll getrennt werden.

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dpa-Grafik

Kassenzettel in den Papiermüll

Von wegen: „Papier ist Papier.“ Auch wenn Kassenzettel auf den ersten Blick zwar wie Papier aussehen, bestehen sie aus sogenanntem Thermopapier. Das ist beschichtetes Material und kann nicht wie normales Papier recycelt werden. Daher sollten Kassenzettel immer im Restmüll landen.

Benutzte Papiertaschentücher ins Altpapier

Benutztes und beschmutztes Küchenpapier und gebrauchte Taschentücher und Papierservietten gehören auf keinen Fall ins Altpapier, sondern in den Restmüll. Sie können nicht mehr recycelt werden, ähnlich der verschmutzten Pizzakartons.

Geschenkpapier ins Altpapier

Nicht ins Altpapier kommen mit Kunststofflacken oder -folien hergestellte Lack-, Glacé- und Chromopapiere und -pappen – also beschichtetes Papier. Und in den Restmüll wandern auch Papiere mit Aufklebern, die sich nicht durch Wasser lösen lassen. Wer es wirklich genau nehmen möchte, trennt Adressetiketten, Sichtfenster sowie den Selbstklebeverschluss von Umschlägen vom restlichen Papier ab und entsorgt diese Teile im Restmüll.

Fehler am Glascontainer

Blaue Flaschen ins Weißglas 

Deutschlandweit gibt es Container für weißes, grünes und braunes Glas. Doch was, wenn die zu entsorgende Flasche eine ganz andere Farbe hat, zum Beispiel blau? Diese werden am besten im Container für grünes Glas entsorgt. Gleiches gilt auch für alle übrige Farben und bunte Flaschen.

Kaputte Trinkgläser ins Altglas

Achtung, nur Altglas, das als Verpackung für Lebensmittel, Getränke, Arzneimittel und Kosmetika diente, gehört auch in den Altglascontainer. Spiegelglas, Kristallglas, zerbrochene Trinkgläser, Fensterglas oder ausrangierte Weihnachtskugeln hingegen haben dort nichts zu suchen. Sie würden das Altglas beim Einschmelzen verunreinigen. Deshalb gehören dies Glasarten in den Restmüll.

Schraubverschlüsse mit in die Glastonne

Schraubverschlüsse, Korken und andere Deckel von benutzen Gläsern und Flaschen haben im Altglasrecycling eigentlich nichts zu suchen (hier mehr lesen). Das Material gehört stattdessen in die gelbe Tonne oder den Restmüll.

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Gehören Verschlüsse von Gläsern und Flaschen mit in den Container?

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Matthias Trzeciak

Moderne Glasaufbereitungsanlagen können diese Verschlüsse zwar aussortieren – doch dafür ist ein höherer Energieverbrauch nötig. Wer die Deckel abschraubt, sollte sie dann aber auch entsprechend entsorgen und nicht neben bzw. auf den Glascontainer legen. Beim Abholen der Container fallen sie runter und verschmutzen die Umgebung.

Glühbirne/Energiesparlampe/LED in den Glascontainer

Gleich vorab: Keines der oben genannten Leuchtmittel gehört in einen Glascontainer. Trotzdem muss zunächst bestimmt werden, um welche Art es sich handelt. Während Glühbirnen und LEDs ganz einfach im Restmüll entsorgt werden können, gelten für Energiesparlampen gesonderte Regelungen. Diese gehören in den Sondermüll, müssen also an einer geeigneten Sammelstelle abgegeben werden.

Fehler bei der Altkleider-Entsorgung

Kaputte Kleidung in den Altkleider-Container

Stark verschmutzte, sehr alte oder kaputte Kleidung sollte im Hausmüll entsorgt werden, wo sie später verbrannt wird. Laut FairWertung, einem Zusammenschluss gemeinnütziger Altkleidersammler, sei das ökologischer als sie einfach mit in den Altkleider-Container zu werfen.

Im Container verursacht kaputte Kleidung unnötigen Mehraufwand, denn sie muss aussortiert und beiseite gelegt werden. Es existieren zwar Unternehmen, die sich darauf konzentrieren, aus stark beschädigter Kleidung Dämmmaterial oder Putzlappen herstellen, das lohnt sich für die Betreiber der Sammelstellen finanziell allerdings nicht.

Schuhe sollte man immer paarweise zusammengebunden in einer Tüte verpackt in den Altkleider-Container geben.

Diese Strafen drohen, wenn Sie Müll einfach in der Natur entsorgen

  • Pappbecher oder -teller, Taschentuch, Zigarettenschachtel, Inhalt eines Aschenbechers, Bananenschalen, flüssige Abfälle bis 0,5 Liter (z.B. Farbreste, Spülmittel, etc.): 10 bis 25 Euro
  • Geschirr, Kochtopf, Kleidungsstücke, flüssige Abfälle von 0,5 bis 1 Liter (z.B. Farbreste, Spülmittel, etc.): 25 bis 80 Euro
  • Radio, Stuhl, Korb, Kisten: 50 bis 150 Euro
  • Kühlschrank, Waschmaschine, Kommode, Badewanne, mehrere Gegenstände kleinen Umfangs (z.B. Nähmaschine, Heizkörper): 100 bis 300 Euro
  • Sperriger Abfall mit schadstoffhaltigen Bestandteilen (z.B. asbesthaltiger Heizkörper, Kühlschrank): 150 bis 2500 Euro
  • mehr als fünf Reifen: 200 bis 510 Euro
  • Fahrrad: 20 bis 80 Euro
  • Auto: 100 bis 1500 Euro

 (sar/mt)