Rohstoffquelle Elektroschrott

 | Autor / Redakteur: Eva Baumgärtner / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Fast 3,5 Millionen Tonnen Elektroschrott werden pro Jahr in Europa gesammelt. Um die zunehmende Menge an Elektronikschrott zu reduzieren und Wertstoffe wiederzuverwerten, erließ die Europäische Union bereits vor Jahren die Richtlinie ›Waste Electrical and Electronic Equipment‹. Allerdings gehen immer noch wertvolle Materialien verloren.
Fast 3,5 Millionen Tonnen Elektroschrott werden pro Jahr in Europa gesammelt. Um die zunehmende Menge an Elektronikschrott zu reduzieren und Wertstoffe wiederzuverwerten, erließ die Europäische Union bereits vor Jahren die Richtlinie ›Waste Electrical and Electronic Equipment‹. Allerdings gehen immer noch wertvolle Materialien verloren.(Bild: Petra Nowack – Fotolia)

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Ausgediente Elektronikgeräte sind eine Rohstoffquelle. Allerdings werden immer noch nicht alle wertvollen Materialien – wie etwa Kunststoffe – wiederverwendet. Das soll das EU-Projekt CloseWEEE nun ändern.

Aussortierte Handys, PCs, Fernseher, Tablets, Toaster, Kühlschränke und Co. – immer mehr elektrische und elektronische Geräte landen im Müll. Fast 3,5 Millionen Tonnen Elektroschrott werden pro Jahr in Europa gesammelt. Ein Großteil davon – 777.000 Tonnen – stammt aus Deutschland. Das hat das Statistikportal Statista ermittelt. Um die zunehmende Menge an Elektronikschrott zu reduzieren und Wertstoffe wiederzuverwerten, erließ die Europäische Union bereits vor Jahren die Richtlinie ›Waste Electrical and Electronic Equipment‹. Allerdings gehen immer noch wertvolle Materialien verloren.

Hier setzt das Verbundprojekt ›CloseWEEE‹ an, das Forscherinnen und Forscher des Berliner Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZMinitiierten. “Es geht darum, Lücken in der Kreislaufwirtschaft zu schließen, die von der Richtlinie unberücksichtigt bleiben”, erklärt Karsten Schischke vom IZM, der das Projekt koordiniert. CloseWEEE hat den gesamten Lebenszyklus eines Elektronikgeräts im Blick und bringt Projektpartner der gesamten Wertschöpfungskette an einen Tisch.

Handarbeit fördern

Das erste Glied in der Recyclingkette ist die Demontage der Elektroaltgeräte. Um die Masse an Elektroschrott zu bewältigen, werden derzeit die meisten Altgeräte einfach geschreddert. Das ist kostengünstig und erfordert kaum Personal. Der Nachteil: Aus dem zerkleinerten Elektroschrott lassen sich die verschiedenen Materialien kaum noch sortenrein trennen.

Anders sähe es aus, wenn die Geräte von Hand auseinandergebaut werden. Dann ließen sich die unterschiedlichen Werkstoffe leichter sortieren und besser wiederverwerten. Doch Handarbeit ist aufwändig und teuer. Um sie rentabel zu machen, muss die Zerlegung vereinfacht und beschleunigt werden.

Dabei soll künftig eine Online-Datenbank mit Anleitungen helfen, die zeigen, wie sich Geräte zügig auseinanderbauen lassen. Entwickelt wird das ›Recycling Information Center‹ von dem Reparatur-Unternehmen iFixit und dem Demontage- und Recycling-Zentrum in Wien. Macht beispielsweise das Zerlegen eines Notebooks Schwierigkeiten, kann man einfach den Namen des Models in die Datenbank eingeben, und schon erscheint die exakte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Demontage. Doch auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Recyclingbetriebe sollen ihre Erfahrungen einbringen. Die Vision ist, dass sie die Datenbank selbstständig mit technischen Anleitungen füttern und so auf dem neuesten Stand halten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist es, kritische Rohstoffe aus Batterien zurückzugewinnen. Der Recyclingexperte Accurec arbeitet daran, wertvolle Materialien wie zum Beispiel Graphit aus dem Elektroschrott zu isolieren und wieder in den Kreislauf zu bringen.

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