Das zweite Leben von Elektrogeräten

Zehn Fakten zum Recycling von Elektroschrott

Was ist so gefährlich an Elektroschrott? Wer nimmt alte E-Geräte zurück? Und wie funktioniert das Recycling? Wir beantworten die zehn wichtigsten Fragen rund um das Thema Recycling von Elektroschrott.

Fernseher im Handel - Foto: NABU/Sebastian HennigsFernseher im Handel – Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Bis auf wenige Ausnahmen fallen alle Geräte, die Strom – ob aus der Steckdose, einer Batterie oder anderem Wege – für ihre Funktion benötigen, unter das „Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)“. Seit August 2018 gehören auch Produkte zum Elektroschrott, wenn sie fest verbaute elektrische oder elektronische Bestandteile enthalten. Das können dann auch Möbel oder Kleidung sein – zum Beispiel der Badezimmerschrank mit fest verbauter Beleuchtung oder die blinkenden Turnschuhe.

 

NABU-Forderungen zur Sammlung von Elektroaltgeräten

  • Verbesserung der Erfassungsquote von Elektro(nik)altgeräten
  • Einführen eines deutschlandweiten Pfandsystems für besonders ressourcenrelevante Gerätekategorien im Rahmen des ElektroG3
  • Vollzug des Exportverbots von nicht funktionsfähigen Geräten durch ein verbessertes Monitoring und die Vernetzung nationaler und internationaler Behörden stärken
  • Vertreiberrücknahme verbraucherfreundlicher gestalten, indem auch Läden mit weniger als 400 Quadratmetern Ladenfläche sowie Lebensmittelhändler mit Aktionswarenangebot Elektro(nik)altgeräte unabhängig von der Größe und ohne Anreiz zum Neukauf zurücknehmen.
  • Der (Online-) Handel muss zentrale und flächendeckende Rückgabeorte für Elektroaltgeräte in der Nähe der Konsument*innen mitfinanzieren.
  • Der Handel muss schon beim Kauf von Geräten auf Rückgabemöglichkeiten hinweisen und an zentralen Stellen im Markt sowie über die Marketingkanäle über die Entsorgung von Elektroaltgeräten informieren.

NABU-Forderungen zum hochwertigen Recycling von Elektroaltgeräten

  • Die Qualität von Sekundärrohstoffen sollte bei der Beurteilung des Recyclings von Elektroaltgeräten einen höheren Stellenwert bekommen. Durch Anforderungen an eine enge Kreislaufführung sollte das Downcycling der Sekundärrohstoffe verhindert werden.
  • Die Berechnung der Recyclingquote bezogen auf den Output aus der Verwertungsanlage in der Novellierung des Elektronikgesetzes festsetzen.
  • Die Festschreibung materialspezifischer dynamischer Recyclingquoten für kritische Metalle und Kunststoffe.
  • Eine Separationsquote für flammgeschützte Kunststoffe , Gerätebatterien und Kondensatoren, um Schadstoffe sicher zu entfernen und technologische Entwicklungen in der Recyclingbranche voranzutreiben.
  • Eine vorgezogene Recyclinggebühr auf Neugeräte (Schweizer Modell).
  • Eine Rezyklateinsatzquote für Kunststoffe soll die Nachfrage nach Rezyklaten auch im Elektrogerätebereich erhöhen.

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